Dienstag, 13. März 2001

Entscheidung durch Eigentor von Hiden

Bundesliga Spezial

Mit einer Heimniederlage startete die Wiener Austria in die Ära Arie Haan: Die erstmals vom Niederländer betreuten Violetten mussten sich am Dienstag dem GAK im Horr-Stadion mit 0:1 geschlagen geben.

Am Mittwoch stehen in der max.Bundesliga die Partien Salzburg gegen Rapid, Admira gegen Bregenz und LASK gegen Ried auf dem Programm.

Die "Veilchen" unterlagen in der 25. Runde der Fußball-max.Bundesliga vor 3.800 Zuschauern im Horr-Stadion dem GAK durch ein Eigentor von Martin Hiden 0:1 und erlitten damit einen weiteren Rückschlag im Kampf um den Meistertitel, die Grazer hingegen können sich wieder in Richtung UEFA-Cup-Qualifikation orientieren.

Der nur spärlich erschienene Austria-Anhang reagierte auf seine Weise auf die Hochhauser-Entlassung. "Danke Heinz, du hattest keine faire Chance", war ebenso auf Spruchbändern zu lesen wie "Acht Jahre, zwölf Trainer, Null Erfolg", zudem skandierten die Fans "Prohaska"- und "Heinzi"-Sprechchöre. Neo-Coach Haan, mit Schmährufen bedacht, ließ seine Truppe in der Offensive größtenteils unverändert, vertraute aber im Gegensatz zum ehemaligen Ried-Trainer, dessen Ablöse von Austria-Mäzen Frank Stronach unter anderem mit "fehlender Harmonie" und mangelnder Autorität, "weil er kein Superkicker war", begründet worden war, auf eine Vierer-Abwehrkette.

Doch jede Kette ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied, und in der 10. Minute schlüpfte ÖFB-Teamverteidiger Martin Hiden in besagte Rolle. Der frühere Leeds-Legionär wuchtete das Leder nach einer Flanke von Pamic im Stile eines Torjägers über seinen verdutzten Torhüter Wohlfahrt ins eigene Tor. Die Austria erholte sich in der Folge nur langsam von diesem frühen Schock. Die Sturmspitzen waren bei den GAK-Manndeckern abgemeldet, Chancen für die Gastgeber waren eher Zufallsprodukt als Ergebnis spielerischer Glanztaten. Hopfers Schuss ging über das Grazer Gehäuse (12.), Ceh rettete nach Hopfer-Flanke vor Mayrleb (28.), Almer parierte einen Volley von Janssen nach einem missglücktem Befreiungsversuch von Ceh (37.).

Der GAK wiederum bot eine kompakte Leistung, hatte aber in der Offensive neben dem Führungstor nur einen Brunmayr-Freistoß, der sein Ziel knapp verfehlte, als einzig nennenswerte Torchance aufzuweisen. Nach dem Seitenwechsel sank das ohnehin schon dürftige Niveau vorerst weiter gegen den Nullpunkt. Obwohl Haan die Viererkette auflöste, kamen die Wiener erst in der 70. Minute wieder gefährlich vor das Grazer Tor, als Almer einen Varesanovic-Freistoß aus rund 27 m aus den Kreuzeck fischte. Eine Minute später traf Rost aus einem Gestocher nur die Stange, bereits unmittelbar danach stellte Schiedsrichter Schüttengruber Libero Varesanovic nach Foul am eingewechselten Wieger mit Gelb-Rot vom Platz.

In der Schlussphase warfen die Gastgeber noch einmal alles nach vorne, sowohl Hiden (82./Freistoß) als auch Mayrleb (86.) scheiterten aber am starken GAK-Goalie Almer. In der 83. Minute hatte die Stange die Gregoritsch-Truppe vor dem späten Ausgleich bewahrt. Die Grazer feierten damit den ersten Sieg seit 14. Mai 1999 im Horr-Stadion und kamen den Violetten in der Tabelle bis auf einen Punkt nahe.

13.3.2001 21:53