Mittwoch, 14. März 2001

Fans behinderten Sicherheitskräfte nach Unfall

Er gilt als skrupelloser Draufgänger in der Formel 1, doch der tödliche Unfall von Melbourne hat auch bei Jacques Villeneuve Spuren hinterlassen.

Die australische Tageszeitung "Herald Sun" hat am Mittwoch erschreckende Details zum tödlichen Formel-1-Unfall am Sonntag beim Australien-Grand Prix veröffentlicht. So sollen gleich mehrere Fans, die an jener Stelle standen, wo der Streckenposten Graham Beveridge von einem weggebrochenen Reifen des BAR-Boliden von Jacques Villeneuve tödlich verletzt wurde, die Arbeit der Sicherheitskräfte und Ärzte extrem behindert haben.

"Die Streckenposten mussten die Fans zurückdrängen, damit die Ärzte überhaupt ihrer Arbeit nachgehen und um das Leben des 52-Jährigen aus Queensland kämpfen konnten", schrieb die Zeitung. "Renndirektor Paul Reeves erzählte, dass einige Leute sogar versucht haben, eine Plane niederzureißen, damit sie die verzweifelten Wiederbelebungsversuche sehen konnten. Einige wollten auch Trümmer des Wracks mitnehmen."

Die "Herald Sun" berichtete auch, dass Ron Walker, der Vorsitzende der Australian Grand Prix Corporation, und Formel-1-Boss Bernie Ecclestone der Familie des Unfallopfers - Beveridge hinterlässt eine Frau, eine Tochter und einen Sohn - bereits jeweils 13.000 US-Dollar (14.010 Euro/192.784 S) gespendet haben. Auch Benetton-Teamchef Flavio Briatore will den Hinterbliebenen des 52-jährigen Streckenpostens einen fünfstelligen Dollar-Betrag zukommen lassen. Von einer Auktion, bei der Grand Prix-Helme und -Bekleidung versteigert werden, erhofft man sich weitere 52.000 Dollar (56.041 Euro/771.134 S) für die Familie.

14.3.2001 11:10