Gehrer verteidigt Studiengebühren

Bildungsministerin Gehrer (ÖVP) hat erneut die ab Herbst geltenden Studiengebühren verteidigt. In den meisten Ländern der Welt würde das System funktionieren, sagte Gehrer. Ein Student koste den Steuerzahlern 110.000 S pro Jahr, da sei eine Eigenleistung von 10.000 S nicht zu viel verlangt.
Gehrer rechnet aber damit, dass die Studentenzahlen zurückgehen werden. Den freien Uni-Zugang in Gefahr sieht die SPÖ. Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (ÖVP) hat erneut die ab Herbst geltenden Studiengebühren verteidigt.
"In den meisten Ländern der Welt funktioniert es mit den Studienbeiträgen, warum soll es ausgerechnet in Österreich nicht funktionieren", so Gehrer.
Rückgang der Studentenzahlen wegen Studiengeld erwartet
Die Studiengebühren ab Herbst werden sicher zu einem Rückgang der Studentenzahlen führen, erklärte Elisabeth Gehrer, weil es nach Aussage von Fachleuten Scheininskribenten gebe und weil es Studenten gebe, die keine Prüfungen machen. Diese würden sicher nicht 5.000 Schilling bezahlen. "Aber jeder, der einen Beruf erlernen will, der in der Wissenschaft arbeiten will, wird sicher gerne 833 Schilling im Monat oder 27 Schilling pro Tag für die beste Ausbildung zur Verfügung stellen", so Gehrer. Außerdem gebe es zusätzliche Unterstützungen in Höhe von 450 Mill. S sowie durch die Möglichkeit fast zinsenloser Darlehen der Banken.
Zur Kritik an den Durchführungsbestimmungen für die Studiengebühren, etwa dass man auch zahlen müsse, wenn man durch Krankheit ein Semester versäume, meinte Gehrer, dass man auch bei einem Volkshochschulkurs, den man wegen Krankheit versäume, kein Geld zurückbekomme. "In den meisten Ländern der Welt funktioniert es mit den Studienbeiträgen, warum soll es ausgerechnet in Österreich nicht funktionieren", so Gehrer. Bedenken müsse man auch, dass der Steuerzahler im Jahr für jeden Studenten 110.000 Schilling ausgebe, "da ist ein moderater Beitrag von 10.000 Schilling im Jahr eine gewisse Eigenleistung, die man schon verlangen darf".
Zu den Dienstrechts-Reformen im Schulbereich betonte Gehrer, dass sie sich gegen eine Erhöhung der Lehrverplichtung gewehrt habe. So habe es auch keine derartige Erhöhung gegeben, nur die Zeit, die der Lehrer in der Klasse stehe, sei um eine Stunde gestiegen. Nach Angaben der Ministerin hat die Dienstrechtsreform "keine Auswirkungen auf die Ressourcen, die wir den Gymnasien und HTLs zur Verfügung stellen". Das heißt, dass alles, was im Lehrplan vorgesehen sei und was darüber hinaus noch notwendig sei, von den Schulen angeboten werden könne. Auch im Pflichtschulbereich sei das Angebot und die Qualität der Schule gesichert, so Gehrer.
Im Forschungsbereich kündigte die Ministerin an, dass der Rat für Forschung und Technologieentwicklung nach Ostern seine Schwerpunktsetzung vorstellen werde. Dazu werde es auch einen "Reformdialog" der Bundesregierung geben. Wichtig für sie sei es, "dass wir unsere Stärken stärken und Nischen finden, wo wir uns positionieren können, und auch im Forschungsbereich Weltklasse werden".
Gehrer kritisiert Protestmaßnahmen an Universitäten
Die Protestmaßnahmen an österreichischen Universitäten gegen das geplante neue Uni-Dienstrecht in Form von Lehraussetzungen hat Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V) am Samstag in der ORF-Radio-Reihe "Im Journal zu Gast" kritisiert. "Ich verstehe die Aufregung nicht und finde es eine Zumutung gegenüber den Studierenden, wenn die Lehrveranstaltungen, die vorgesehen sind, nicht gehalten werden. Wie kommen die Studenten dazu, jetzt plötzlich nach Ostern ein Blockseminar angeboten zu bekommen", sagte Gehrer.
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