Freitag, 16. März 2001

Sharon lehnt Friedensgespräche mit Palästinensern ab

Absage: Der israelische Ministerpräsident Ariel Sharon will die Friedensgespräche mit den Palästinensern vorerst nicht wieder aufnehmen.

Wie Kabinettsminister Danny Naveh am Freitag in Jerusalem mitteilte, will Sharon bei seiner am Sonntag beginnenden USA-Reise um Unterstützung für diese Haltung werben. US-Außenminister Colin Powell signalisierte schon am Donnerstag vor einem Kongressausschuss Verständnis für Sharons Position. Powell sagte, vor einer Wiederaufnahme der Verhandlungen müsse die Gewalt eingedämmt werden. Unterdessen forderten im Westjordanland und im Gazas-Treifen Hunderte die Aufhebung der israelischen Blockade der Selbstverwaltungsgebiete Palästinas.

Naveh verwies darauf, dass am Vortag drei Mitglieder der Fatah-Organisation des palästinensischen Präsidenten Yasser Arafat verhaftet wurden. Israel wirft ihnen vor, in Jerusalem einen Bombenanschlag vorbereitet zu haben. Das Büro von Sharon teilte mit, hinter den Festgenommenen stehe der Leiter einer Eliteeinheit der Stadt Ramallah.

Israel hat am Donnerstag erneut die Entsendung von UNO-Beobachtern in die palästinensischen Gebiete abgelehnt. Dadurch würden sich die Spannungen nur erhöhen, sagte der israelische UNO-Botschafter Yehuda Lancry vor dem Weltsicherheitsrat in New York. Zuvor hatte der palästinensische Delegierte Nasser al Kidwa die Forderung nach einer UNO-Intervention bekräftigt. Nur so könnten die Palästinenser vor Übergriffen der israelischen Armee geschützt werden.

In Ramallah nahmen am Freitag 800 Menschen an einer Kundgebung gegen die israelischen Blockaden teil, in Gaza trat die militante Organisation Jihad (Islamischer Heiliger Krieg) für Selbstmordattentate ein. Der Gründer und geistliche Führer der radikalen Hamas-Bewegung, Scheich Ahmed Yassin, kündigte für die kommende Tage Bombenanschläge an. In einem auf der Hamas-Internet-Seite veröffentlichten Interview kritisierte er Arafat wegen der mit Israel geführten Verhandlungen.

16.3.2001 14:30