Freitag, 16. März 2001

Gegen Antisemitismus und Rassismus

Rund 13.000 Menschen nach Angaben der Veranstalter, die Polizei sprach von 6.000 Demonstranten, haben sich Freitag Abend zu einer Kundgebung am Stephansplatz eingefunden. Sie demonstrierten gegen Antisemitismus und Rassismus im Wiener Gemeinderatswahlkampf. Die Kundgebung verlief friedlich.

Heftige Attacken gegen die FPÖ und die Bundesregierung haben die Redner der "Demokratischen Offensive", von "SOS-Mitmensch", der "Wiener Wahlpartie" und anderen Organisationen bei der Antirassismus-Kundgebung auf dem Wiener Stephansplatz geritten. "Wir erleben Tage unverhohlener Hetze auf Minderheiten und verbrecherischen Antisemitismus, der eine Haider-Fratze zeigt", sagte etwa der Schauspieler Andre Heller.

"Dies ist keine Parteiveranstaltung, aber wir ergreifen bewusst Partei für eine Hauptstadt, die auf einen anderen Ton gestimmt sein soll, als die Bundesregierung" so Heller weiter. Die 23 Wiener Bezirke müssten zur "Gegenwelt zur Schande von Blau-Schwarz" werden. Heller: "Bewahren wir diese Stadt vor der Menschenverachtung der FPÖ und dem Opportunismus von Wolfgang Schüssel, damit wir uns hier zu Hause fühlen können."

Die Schriftstellerin Elfriede Jelinek sprach in ihrer Rede von der Hoffnung, dass die FPÖ bei der kommenden Wiener Gemeinderatswahl Stimmen verlieren könnte. "Aber selbst, wenn die extreme Rechte bei der Wiener Wahl zurückgedrängt wird, die Schande ihrer bloßen Existenz bleibt. "Die FPÖ kotzt uns ihre antisemitischen Sprüche vor die Füße und geht woanders hin. Ich habe keine Lust ihnen nachzurennen und aufzuwischen."

16.3.2001 21:54