Freitag, 16. März 2001

Empörung über Aussage zu "ausländerfreiem" Bezirk

Die Rassismus-Vorwürfe gegen FPÖ-Mandatare reißen nicht ab: Nach dem "Braune Partei"-Sager des FP-Gemeinderatskandidaten Peter Schumann sorgt nun eine angebliche Aussage des Wiener FP-Gemeinderats Nikolaus Amhof für Empörung.

Laut Österreichs Kolping-Präses Ludwig Zack soll Amhof (Bild) bei einer FP-Veranstaltung am Mittwochabend im Kolpingheim in Wien-Alsergrund gesagt haben, seine Partei werde dafür sorgen, dass der neunte Bezirk "ausländerfrei wird".

Amhof: Will gegen "Lüge" klagen
Er könne sich zwar nicht an die exakte Formulierung der Aussage erinnern, "den Alsergrund ausländerfrei machen" sei aber eindeutig gefallen, daran könnten sich auch seine Mitarbeiter erinnern. Amhof sprach von einer Lüge und kündigte eine Klage an.

SPÖ: Amhof muss aus FPÖ ausgeschlossen werden
Nur mehr schockiert könne man angesichts des "unverholenen Ausländerhasses der FPÖ" sein, zeigte sich SP-Landesparteisekretär Harry Kopietz betroffen. "Wer hier noch tatenlos und schweigend zusieht, macht sich mitschuldig - Entschuldigungen sind absolut zu wenig! Amhof muss sofort aus der FPÖ ausgeschlossen werden, ansonsten ist (Spitzenkandidatin Helene) Partik-Pable endgültig rücktrittsreif!", so Kopietz in einer Aussendung.

"Ausländerfreie Zonen - dieser Begriff war bisher nur aus der Neonazi-Szene bekannt und erinnert in erschreckendem Ausmaß an die Forderung nach 'Judenfreien Zonen' im Großdeutschen Reich", stellt Kopietz fest. Die FPÖ habe sich damit endgültig vollkommen disqualifiziert.

Grüne: "Politischer Ziehvater des rechtsextremen Terrorismus" hat Nachfolger gefunden
Kritik kommt auch von der Grünen Integrationssprecherin Maria Vassilakou. "Der politische Ziehvater und Ideologe des rechtsextremen Terrorismus hat bereits seine Nachfolger", so ihr Kommentar. "Nun reicht es endgültig, wie viel Ausländerfeindlichkeit, Rassismus und Antisemitismus müssen wir von dieser Partei noch ertragen?", so Vassilakou.

16.3.2001 12:37