Samstag, 17. März 2001

Weiterer Vormarsch auf Tetovo angekündigt

Die Kämpfe im Norden Mazedoniens gehen weiter - die Lage eskaliert zusehends. Die Albaner-Guerilla UCK hat am Samstag zu einer Mobilmachung im Kampf gegen die mazedonischen Sicherheitskräfte aufgerufen.

Zugleich erklärte die Rebellengruppe, ihre Verbände bewegten sich mit einer "Umgruppierung" weiter auf die Stadt Tetovo im Nordwesten zu, die zweitgrößte Stadt Mazedoniens mit überwiegend albanischer Bevölkerungsmehrheit.

Alle kampffähigen Bürger sollten Wege finden, sich der "Nationalen Befreiungsarmee" UCK anzuschließen, hieß es in einer am Samstag verbreiteten Erklärung der Rebellengruppe. Die UCK rief auch Polizisten albanischer Volkszugehörigkeit in Mazedonien auf, den Staatsdienst zu verweigern und die Seiten zu wechseln.

Wieder Gefechte mit albanischen Rebellen in Mazedonien

Mazedonische Sicherheitskräfte und albanische Rebellen haben sich am Samstag neue Gefechte geliefert. In der Nähe von Tetovo, der zweitgrößten Stadt des Landes mit albanischer Mehrheitsbevölkerung, gab es seit dem frühen Morgen wieder Schüsse und Detonationen, wie Journalisten berichteten. Auch in der Stadt wurde geschossen. Die Straßen waren großteils menschenleer.

Nach dem Beschuss einer auch vom deutschen KFOR-Kontingent benützten Militärkaserne bei Tetovo wurden im Laufe der Nacht rund 400 der etwa 1200 dort stationierten deutschen Bundeswehrsoldaten verlegt. Am Freitagnachmittag waren sie erstmals in die Schusslinie albanischer Rebellen geraten, jedoch nicht direkt angegriffen worden. Ein Soldat wurde dabei leicht verletzt.

UNO-Sicherheitsrat verurteilt Gewalt in Mazedonien

Der UNO-Sicherheitsrat in New York hat sich hinter die Bemühungen der mazedonischen Regierung gestellt, mit Hilfe der NATO die kriegerischen Auseinandersetzungen in dem Land zu stoppen. In einer von den 15 Ratsmitgliedern am Freitag (Ortszeit) angenommenen Resolution heißt es, die extremistische Gewalt gefährde die Stabilität und Sicherheit in der gesamten Region.

17.3.2001 12:58