Kalifornien: Gouverneur "Terminator"
- Republikaner hoffen auf Schwarzenegger: "I´ll be back"

Sollten die Demokraten einen Kandidaten Schwarzenegger ernst nehmen? "Unbedingt", meinte Stratege Schnur trotz aller Skepsis in der "New York Times". Schwarzenegger habe einen prominenten Namen und die nötigen Wahlkampfgroschen. "Und vergesst nie eines: Dies hier ist Kalifornien, die Heimat des abgehalfterten Schauspielers und Fernseh-Werbemannes Reagan."
Seit Monaten halten sich Spekulationen, dass der Super-Leinwandheld aus Österreich ein politisches Amt anstreben könnte. Schwarzenegger selbst hat sich bisher nicht klar ausgedrückt. Letzter Stand: Er hat noch nicht entschieden. Aber eines hat der 53-Jährige schon geschafft: Dank seiner möglichen Ambitionen sind die kalifornischen Republikaner nach langer Dürrezeit wieder in den Schlagzeilen.
Der langjährige Republikaner Schwarzenegger wäre nicht der erste Star, der das politische Parkett betritt. Aber bisher wagten das nur wenige. Da ist allen voran Ronald Reagan, der sich vom Film-Cowboy gar zum US-Präsidenten mauserte. Der Weg führte ihn über den Gouverneurssessel in Kalifornien. Bis ins Weiße Haus könnte es Schwarzenegger aber auch bei allem Ehrgeiz nie bringen: Dazu müsste er gebürtiger US-Bürger sein.
Beim Gouverneursposten gibt es solche Beschränkungen nicht. Aber viele Experten sehen andere schwer zu überwindende Hürden für den Ex-Barbaren Conan: Bisher gibt es keine Anzeichen dafür, dass er ein politisches Konzept hat. Reagan sei bereits Jahre vor seiner Kandidatur auf die politische Bühne getreten und habe seine konservative Politik formuliert. Schwarzenegger biete dagegen bis jetzt als Attraktion nur Persönlichkeit und ein Neuheitsgefühl.
"Reagan kam nicht einfach aus dem Äther", erinnert auch der republikanische Stratege Dan Schnur seine Parteifreunde. "Der schlimmste Fehler, den die Republikaner jetzt machen könnten, ist herumzusitzen und darauf zu warten, dass Schwarzenegger als Retter kommt." Auch Parteienforscher Allan Hoffenblum wies kürzlich in der "Los Angeles Times" darauf hin, dass sich Schwarzenegger erst einmal draußen vor den Bürgern als Kandidat verkaufen müsse. Auch er komme um die politische Ochsentour nicht herum - Filmruhm hin, Filmruhm her.
Einen Vorgeschmack darauf, wie hart das Geschäft sein kann, hat Schwarzenegger schon erhalten. Kurz nachdem die Spekulationen über eine Kandidatur auftauchten, ging das Magazin "Premiere" mit einem Bericht über angebliche Belästigung von Frauen auf den Markt. "Und das ist noch milde, verglichen mit dem, was Schwarzenegger als Kandidaten erwarten würde", sagt Politikwissenschaftler Bruce Cain von der Universität von Kalifornien in Berkeley. (apa, red)
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