Donnerstag, 15. März 2001

Gentechnik-Debatte am 24. März im EU-Rat

Manipulation von Embryonen, geklonte Menschen - ein immer heißeres Diskussionsthema. Jetzt hat BK Schüssel eine Kommission für Bioethik angekündigt: "Wir brauchen ein Frühwarnsystem für neue wissenschaftliche Entwicklungen", so Schüssel.

Die Kommission soll am Bundeskanzleramt eingerichtet werden. Neben Medizinern und Naturwissenschaftern werden diesem beratenden Gremium etwa auch Soziologen und Theologen angehören. Am 24. März wird im EU-Rat in Stockholm erstmals auch auf dieser Ebene die Problematik der Bioethik diskutiert werden.

Während sich Schüssel und Gehrer am Donnerstag am Wiener AKH von den anwesenden Wissenschaftern die neuesten Errungenschaften medizinischer Forschung vorführen ließen, gab sich der der Bundeskanzler erstaunt, wie relativ einfach etwa an einer Eizelle unter dem Mikroskop manipuliert werden kann. "Das kann wirklich bald jeder", so Schüssel. Man dürfe daher nicht wegsehen und müsse sich den anstehenden Problemen und Diskussionen etwa bezüglich Gentherapien stellen.

Österreich habe generell ein sehr scharfes Gesetz was die Gentechnik angehe, man sei hier zu Lande traditionell vorsichtig betonte Schüssel und räumte ein, dass die Gentechnik in der Medizin eine größere Akzeptanz in der Bevölkerung genieße als etwa in der Landwirtschaft. Die Ansätze, etwa ganze Organe aus so genannten Stammzellen zu züchten, sei faszinierend, da dürften österreichische Wissenschafter nicht zurückbleiben.

Dennoch gebe es problematische Bereiche, etwa Manipulationen an Embryonen und embryonalem Gewebe. Hier müssten Politiker durch die zu bildende Kommission bei Entscheidungsfindungen unterstützt werden. Die Kommission solle vor allem auch als Frühwarnsystem fungieren und neue, moralisch bedenkliche Entwicklungen in der Wissenschaft rechtzeitig orten und diskutieren. "Wir brauchen eine breite Diskussion, was der Mensch und speziell die Wissenschaft darf", so Schüssel.

15.3.2001 18:48