Donnerstag, 15. März 2001

Angeblich millionenschwere Dollar-Summen auf Konto

Nach Angaben des jugoslawischen Notenbankpräsidenten Mladjan Dinkic ist bei einer Geschäftsbank auf Zypern ein Konto eines nahen Verwandten des früheren jugoslawischen Präsidenten Slobodan Milosevic entdeckt worden. Dinkic zufolge dürften sich auf dem Konto millionenschwere Dollar-Summen gestohlener jugoslawischer Gelder befinden.

Dinkic hatte Ende des Vorjahres das frühere Regime beschuldigt, vier bis sechs Milliarden Dollar aus dem Land gebracht zu haben. Der jugoslawische Notenbankpräsident war in den letzten zwei Tagen auf Zypern bemüht, den geheimen Geldwegen des früheren Regimes auf die Spur zu kommen. Nach der Rückkehr erklärte er, dass fünf Inspektoren der jugoslawischen Notenbank auf Zypern geblieben seien, um die grosse Anzahl von Geldüberweisungen aus Jugoslawien zwischen 1989 und 2000 genauer zu prüfen. Es habe viele gesetzwidrige Überweisungen gegeben, sagte Dinkic auf dem Belgrader Flughafen.

Es wird angenommen, dass ein Grossteil des Geldes über eine Zweigstelle der grössten serbischen Bank, der Beogradska Banka, auf Zypern in andere Staaten überwiesen worden war. Dinkic konnte zunächst nicht sagen, um wie hoch die Geldsummen sind.

Die Entdeckung des Kontos auf Zypern dürfte eine erste konkrete Spur sein, die zu Milosevic führt.

15.3.2001 10:18