Donnerstag, 15. März 2001

Gespräch mit Hauptverband am 26. März

Gute Stimmung, kein Ergebnis: So endete das vierte Gipfelgespräch zur Sanierung der Krankenkassen. Vertreter von Pharma-Industrie und Apothekerkammer zeigen sich weiter verhandlungsbereit.

Grundsätzliche Einigkeit über die Notwendigkeit einer langfristigen Sanierung des Gesundheitssystems hat am Donnerstag der Krankenkassen-Gipfel mit Pharma-Industrie und Apothekerkammer gebracht.

Sozialminister Herbert Haupt sprach von einem "sehr guten Gespräch", das den Zweck "voll erfüllt" habe. Apothekerkammer und Pharma-Industrie äußerten sich ähnlich, sehen aber die von ihnen geforderten Einsparungen weiterhin bereits als erfüllt an. Der nächste Krankenkassen-Gipfel findet erst nach der Wien-Wahl stat: am 26. März.

Für die Pharma-Industrie erklärte Pharmig-Chef Ulrich Bode, die Stimmung sei "sehr viel besser" als vor der Unterredung. Er sei überzeugt, dass ein Weg gefunden werde, das geforderte Einsparungspotenzial von einer Milliarde Schilling für das Jahr 2001 zu aktivieren. Allerdings bezog er sich dabei auf die bereits im letzten Kassenpaket festgeschriebenen Einsparungen im Medikamentenbereich.

An zusätzlichen Maßnahmen konnte er sich heute nur den verstärkten Einsatz von Generika bzw. eine konsequentere Anwendung des "grünen Rezepts" (Verstärkung einer nicht-medikamentösen Therapie bei leichteren Fällen, Anm.) vorstellen. Ebenso wie Apotheker-Präsident Herbert Cabana sah auch Bode keinen Anlass für eine weitere Senkung der Großhandels- bzw. Apothekerspanne.

Dass diese Forderung der Sozialpartner damit gänzlich vom Tisch ist, wollte Haupt zunächst nicht bestätigen. Er verwies aber darauf, dass die Apotheker schon viel beigetragen hätten. Nun müsse geklärt werden, ob durch die bereits eingeleiteten Maßnahmen die Einsparungsziele auch tatsächlich erreicht würden. Zufrieden ist der Minister, dass auch bei Pharma-Industrie und Apothekern das Bewusstsein vorherrsche, nur mittels einer langfristigen Änderung des Gesundheitssystems dieses auch sichern zu können.

Zu dem für 26. März geplanten Gespräch mit den Vertretern des Hauptverbands meinte Haupt, er habe kein Problem, sich mit Präsident Hans Sallmutter zusammenzusetzen. Dieser sei noch in seiner Funktion und daher verpflichtet zu agieren. Wann die geplante Ablöse Sallmutters vonstatten geht, konnte Haupt nicht sagen. Zuerst müssten die inhaltlichen Reformen abgeschlossen sein.

15.3.2001 13:33