"Eine europäische Alternative"

Die Kandidatur einer europaweiten Rechtsliste bei den nächsten Europa-Wahlen kündigt Jörg Haider an: "Es könnte gelingen, dass man schon für die nächsten Wahlen zum Europa-Parlament 2004 eine große europäische Alternative hat."
News: Welche Berufung sehen Sie für sich in Europa?
Haider: Überall gibt es Bestrebungen, politische Organisationen zu entwickeln, welche die europaweite Kandidatur einer politischen Alternative zum derzeitigen EU-Konzept darstellen könnten. Ich halte das für ermutigend. Ich bin überzeugt, dass die EU von heute nicht die Zukunft Europas ist.
News: In dieser Sammlung der Rechtsparteien, wer wird dabei sein?
Haider: Es wird und muss sich weisen, wer ein Programm unterstützen kann, das demokratisch fundiert ist und vor allem politisch-ideologisch keinesfalls mehr durch diverse Einseitigkeiten und Schlagseiten angreifbar ist. Davor fürchtet sich die Linke – die ihr klassisches Postulat aufgegeben hat, Demokratie zu ermöglichen – am meisten. Sie hat sich vielmehr bürokratische Macht organisiert, mit der sie jetzt in Europa die Bürger in Abhängigkeit zwingen will. Genau das wollen wir sicher nicht.
News: Sind Sie geistig schon „auf dem Marsch nach Brüssel“?
Haider: Ich weiß nicht, wer aller mitmarschieren wird, aber ich denke, es lohnt sich, darüber nachzudenken.
News: Wo wird diese von Ihnen angestrebte politische Veränderung in der EU zuallererst greifen? Im EU-Parlament, in der EU-Kommission, im Europäischen Rat? Was wollen die vereinigten Rechtsparteien in Brüssel zuerst erobern?
Haider: Es muss zunächst bei der Wahl zum Europaparlament ein derartig deutliches Signal geben. Nämlich, dass sich etwas in Europa tut. Es müssten dort
in Straßburg die Mehrheitsverhältnisse verändert werden. Dann setzt sich diese politische Auseinandersetzung ohnehin auf den nationalen Ebenen fort, weil die Regierungen, die in Brüssel tätig sind, den nationalen Parlamenten
Rechenschaft abzulegen haben. Wer sich dem breiten Willen der Bevölkerung nach einem demokratischen Europa widersetzt, wird auch als Regierung im eigenen Land nicht gut überleben.
Lesen Sie mehr über Haiders Zukunftspläne und den EU-Marsch auf Brüssel im neuen NEWS.
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