Mittwoch, 14. März 2001

Neuerliche Absperrung von Kalkilia

In der Nacht auf Mittwoch ist es in den palästinensischen Selbstverwaltungsgebieten zu Feuergefechten zwischen Palästinensern und der israelischen Armee gekommen. Dabei wurde ein 19-jährigen Palästinenser von israelischen Soldaten erschossen.

Israelische Soldaten haben am Mittwoch im Gaza-Streifen nach palästinensischen Krankenhausangaben einen weiteren Palästinenser erschossen. Der 19-Jährige habe sich zusammen mit anderen palästinensischen Jugendlichen in der Nähe eines israelischen Militärpostens bei Karni aufgehalten, als er in der Brust getroffen worden sei, berichteten Augenzeugen.

Mit dem Toten stieg die Zahl der Todesopfer seit Beginn des neuen Palästinenseraufstandes in den Selbstverwaltungsgebieten im September vergangenen Jahres auf 437, die meisten von ihnen Palästinenser.

Neuerliche Absperrungen nach Gefechten

Nach Gefechten bei Kalkilia im Westjordanland habe die Armee die am Tag zuvor gelockerte Abriegelung der Stadt wieder verstärkt, teilte die israelische Armee mit. Zufahrtsstraßen seien neuerlich gesperrt worden. Brigadegeneral Benni Gants sagte, solange Israel die Gruppe von Terroristen nicht gefasst habe, die einen Anschlag in Jerusalem vorbereiteten, werde die Blockade der Stadt Ramallah aufrecht erhalten.

Israel hatte am Dienstag nach Kritik der USA und der Europäischen Union eine Lockerung der Blockaden angeordnet, unter anderem in Kalkilia. Marwan Barguti, führendes Mitglied der Fatah-Bewegung, der stärksten PLO-Teilorganisation, warf Israel am Mittwoch vor, die Palästinensergebiete durch die Abriegelungen in mehr als 90 isolierte Inseln aufteilen zu wollen. Mit seiner aggressiven Politik dränge Israel die Menschen geradezu dazu, sich dem seit Monaten anhaltenden Aufstand anzuschließen.

14.3.2001 12:59