Dienstag, 13. März 2001

Albanische Rebellenbasis in Mazedonien erobert

Nach einer Vereinbarung der NATO mit Serbien und der Albanerguerilla UCPMB gilt im südserbischen Grenzgebiet zum Kosovo ein Waffenstillstand. Demnach kann die jugoslawische Armee in das Gebiet der Pufferzone im südserbischen Presevo-Tal zurückkehren.

Unterdessen brachten mazedonischen Spezialeinheiten am Abend den Ort Tanusevci unter ihre Kontrolle. Das Dorf an der Grenze zum Kosovo war eine Hochburg albanischer Rebellen im Norden Mazedoniens gewesen.

Wie der Sprecher des Innenministeriums in Skopje, Georgi Trendafilov, sagte, wurde Tanusevci "von Terroristen gesäubert". Die Eliteeinheit Volci (Wölfe) habe sich zuvor eine Schießerei mit den Rebellen geliefert, die angeblich Verbindungen zu der im Kosovo offiziell aufgelösten Albaner-Guerilla UCK haben. Nach dem Gefecht hätten sich die Befehlshaber der Einheit mit KFOR-Vertretern an der Grenze getroffen.

Das Dorf Tanusevci, nur 20 Kilometer nördlich von Skopje, hatten die Rebellen in den vergangenen drei Wochen als Ausgangsbasis für Angriffe auf mazedonische Sicherheitskräfte genutzt. Dabei waren in der vergangenen Woche drei Soldaten und ein Polizist getötet worden.

Der Waffenstillstand im südserbischen Krisengebiet ist nach Einschätzung von NATO-Generalsekretär George Robertson der erste Schritt zu einer umfassenden Aussöhnung in der Region. Er rief am Abend in Brüssel alle Beteiligten auf, den Waffenstillstand einzuhalten und der Gewalt abzuschwören. Robertson betonte die Verpflichtung der Unterzeichner des Waffenstillstands, innerhalb einer Woche Gespräche aufzunehmen.

Die NATO hatte in der vergangenen Woche die serbische Truppenrückkehr in die Pufferzone zum Kosovo bewilligt, nachdem albanische Extremisten immer wieder serbische und mazedonische Sicherheitskräfte angegriffen hatten. Belgrad musste dieses Gebiet im Juni 1999 nach dem Kosovo-Krieg in einer Breite von fünf Kilometern räumen.

13.3.2001 08:59