"Ich mag keine Rassisten"

Andrea Konrad alias "TXO"-Star Magenta erklärt im jetzt neuen FORMAT, warum sie zum Widerstand gegen Schwarz-Blau aufruft.
FORMAT: Frau Konrad, Sie unterstützen einen Aufruf der regierungskritischen Aktion Demokratische Offensive gegen "antisemitische und rassistische Töne im Wiener Wahlkampf". Warum tun Sie das?
Konrad: Muß ich Ihnen das jetzt wirklich erklären?
FORMAT: Sie könnten zumindest erklären, beim wem genau Sie diese antisemitischen und rassistischen Töne im Wahlkampf orten. Gibt es die überhaupt?
Konrad: Natürlich gibt es die, sonst gäbe es ja keine Menschen, die dagegen aufschreien.
FORMAT: Von wem kommen denn die rassistischen Aussagen im Wiener Wahlkampf?
Konrad: Wer mit offenen Augen durch die Stadt geht, sieht diese schrecklichen freiheitlichen Plakate, die auf Kosten von Migranten und Migrantinnen gehen. Das ist menschenunwürdig.
FORMAT: Wenn Sie die Möglichkeit hätten – so wie bei "Taxi Orange" –, einen der wahlwerbenden Kandidaten aus dem Rennen zu werfen, wen würden Sie da
als erstes aus dem Ring weisen?
Konrad: Das kann ich so nicht sagen. Ich bin mit so vielen Projekten beschäftigt, daß die Wiener Wahlen dabei zu kurz gekommen sind. Ich kann nicht sagen, wen ich da furchtbarer finde.
FORMAT: Sind alle Politiker furchtbar?
Konrad: Viele. Gestern habe ich den Reinhart Gaugg von der FPÖ wegen der Krankenkassageschichte im Fernsehen gesehen, der war mir hochgradig unsympathisch. Der hat sich überhaupt nicht einsichtig gezeigt, daß die Maßnahmen mehr kosten, als sie bringen.
FORMAT: Hätten Sie als "Taxi Orange"-Fahrerin eigentlich Jörg Haider mitgenommen?
Konrad: Das ist schwer zu sagen. Doch, schon, er ist ja auch nur ein Mensch. Nach den Taxi-Innungsregeln muß ich ihn sogar mitnehmen, außer er ist besoffen oder bedroht mich. Ich hätte ihn aber vielleicht gebeten, das Taxi hinter mir zu nehmen.
FORMAT: Ist im Kutscherhof eigentlich niemals politisiert worden?
Konrad: Natürlich, aber das ist vom ORF nicht gesendet worden, weil in einer Unterhaltungssendung nicht politisiert werden darf.
FORMAT: Über was wurde da diskutiert?
Konrad: Über die Studiengebühren zum Beispiel. Aber auch über globale Themen wie Rassismus. Aber wir hatten nicht so viele Unstimmigkeiten, weil wir mehr oder weniger alle eher Rot-Grün als Schwarz-Blau, also eher links als rechts waren.
FORMAT: Das bestätigt eigentlich die These von FP-Klubobmann Peter Westenthaler, daß es im ORF viele "linke Zellen" gibt.
Konrad: Ich kann mit linken Zellen. Ich mag Sozialisten. Rechte Zellen und Rassisten mag ich nicht.
FORMAT: Wem haben Sie bei der letzten Nationalratswahl Ihre Stimme gegeben?
Konrad: Ich habe Rot gewählt in der Hoffnung, daß die Roten in der Regierung bleiben. Ich mag aber auch die Grünen. Rot-Grün sozusagen.
FORMAT: Waren Sie schon einmal bei der Donnerstagsdemo gegen die Regierung?
Konrad: Einmal. Die meiste Zeit bin ich ja nicht in Wien.
FORMAT: Was fällt Ihnen eigentlich zu Bundeskanzler Wolfgang Schüssel ein?
Konrad: Zum Schüssel. Na ja. Ich mag ihn nicht besonders, muß ich gestehen.
FORMAT: Sie hätten aber auch Schüssel im Taxi mitgenommen?
Konrad: Ich kann nicht jeden, der mir nicht paßt, nicht mitnehmen. Aber gestern hab ich den Schüssel wieder gesehen, wo er gemeint hat, daß die Sache mit den Ambulanzgebühren beinhart durchgezogen wird. Das ist autoritär. Die Leute, die nicht über viel Einkommen verfügen, sehen sich jetzt gezwungen, Beiträge für medizinische Behandlungen zu zahlen, obwohl die Einnahmen geringer als die Kosten sind.
FORMAT: Was halten Sie von Frauenminister Haupt?
Konrad: Er ist sicher kein schlechter Mann. Es ist aber trotzdem eine Frechheit, daß wir in Österreich einen Frauenminister haben. Das ist ja der Gipfel der Unsinnigkeit. Wie soll ein Mann wissen, was eine Frau braucht?
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