Millenniumstower droht das "Aus"
Betriebssperre. Weil die Betreibergesellschaft kein Geld mehr sieht, will sie den Betrieb für den Millenniumstower einstellen. Damit ist im Büroturm das Chaos programmiert.
Nach seiner Telekom-Firma MCN gerät nun auch das Immobilien-Großprojekt von Georg Stumpf, der Millenniumstower, ins Wanken. Die Betreibergesellschaft des Büroturms, die Köllmann Real Property GmbH, hat seit längerer Zeit kein Geld mehr von Stumpf, der Mieten und Betriebskosten kassiert, gesehen. Nachdem ein Fehlbetrag von mehreren Mill. S aufgelaufen ist und eine dreimalige Mahnung ergebnislos geblieben sei, hat sich Köllmann entschlossen, ernst zu machen und mit der Einstellung des Betriebs am Freitag zu drohen.
Quasi in letzter Minute hat Stumpf Köllmann einen Scheck mit einem Teil der ausständigen Betriebskosten präsentiert, verlautete von der Betreiberfirma. Damit habe er nun immerhin eine Galgenfrist bis Dienstag erwirkt, dann soll es ein klärendes Gespräch geben.
Georg Stumpf dementierte gegenüber der "Presse" die angedrohte Sperre und wollte auch nichts von finanziellen Differenzen wissen. Er sei mit der Arbeit Köllmanns nicht zufrieden und denke daran, die Firma auszutauschen.
Für den hochtechnisierten Betrieb des Büroturms hätte eine Sperre weitreichende Folgen. Damit sind auf jeden Fall die Liftanlagen außer Betrieb gesetzt. Für die Mieter wäre der Turm nur noch unter erschwerten Bedingungen benutzbar. Sollte das elektronische System in Betrieb bleiben, haben Besucher - täglich werden rund 1800 registriert - keinen Zutritt mehr. Würde das Zutrittssystem hingegen ganz geöffnet, stünde dem Tower ein Massenansturm bevor. Schon derzeit werden täglich rund 3500 Schaulustige abgewiesen.
Auch für die in Ausgleich befindliche Telekomfirma Stumpfs MCN ist heute ein Lostag. Hans-Georg Kantner vom Kreditschutzverband von 1870 forderte die MCN-Eigentümer auf, wie angekündigt frisches Kapital einzubringen. Passiere das nicht, werde man den Gläubigern empfehlen, den Ausgleich abzulehnen. Stumpf dazu: "Es wird Geld geben, aber nicht heute."

