Freitag, 9. März 2001

Adidas will den Umsatzeinbruch in Nordamerika stoppen

Für den Sportartikelhersteller steht die Wende auf dem nordamerikanischen Markt in diesem Jahr im Vordergrund der Aktivitäten. Der Umsatzeinbruch in den Vereinigten Staaten hat dazu geführt, daß Adidas im vergangenen Jahr fast kein Wachstum realisieren konnte.

Für den Sportartikelhersteller steht in diesem Jahr die Wende auf dem nordamerikanischen Markt im Vordergrund der Aktivitäten. Das ist auch dringend notwendig, hat doch der Umsatzeinbruch in den Vereinigten Staaten dazu geführt, daß Adidas im vergangenen Jahr fast kein Wachstum realisieren konnte. Nur die durch Währungseinflüsse beeinflußten Zahlen verdecken dies. Adidas konnte insgesamt seinen Umsatz im abgelaufenen Jahr zwar um 9 Prozent auf 5,8 Milliarden Euro erhöhen und damit einen Rekordwert realisieren. Davon entfielen 4,7 Milliarden Euro auf die Marke Adidas, 648 Millionen Euro auf die wieder wachsende Marke Salomon und der Rest von knapp 500 Millionen Euro auf zwei kleine Marken.

Rechnet man jedoch die Währungseinflüsse heraus, bleibt ein organisches Wachstum von lediglich einem Prozent übrig. "Währungsbereinigt haben wir in den Vereinigten Staaten, auf die knapp ein Drittel des Umsatzes entfallen, einen Umsatzrückgang von 14 Prozent hinnehmen müssen", sagte der Vorstandsvorsitzende Herbert Hainer auf der Bilanzpressekonferenz.

Er versicherte aber auch, daß man im vergangenen Jahr die organisatorischen und personellen Voraussetzungen für eine positive Wende in den Vereinigten Staaten geschaffen habe. In diesem Jahr werde man mit einer Marketingoffensive das Ansehen der Marke Adidas im Handel und bei den Verbrauchern erhöhen. "Das wird aber zunächst nur zu einem qualitativen Wachstum führen", dämpft Hainer zu kurzfristige Erwartungen. In Zahlen werde sich das erst in den Folgejahren ab 2002 ausdrücken. Es sei sogar im laufenden Jahr noch einmal ein leicht sinkender Umsatz "im einstelligen Prozentbereich" in den Vereinigten Staaten zu erwarten. Aber bis zum Jahr 2003 soll der Marktanteil in Amerika von derzeit knapp 13 Prozent wieder auf 20 Prozent steigen. Erste Erfahrungen mit einem relativ teuren Basketballschuh zeigten, daß man auf dem richtigen Weg sei, sich als hochpreisige Marke zu etablieren. Im vierten Quartal 2000 sei der Umsatz einschließlich Währungseinflüssen um 22 Prozent gestiegen. Man lasse sich nicht von den Mitbewerbern anstecken, die Marktanteile über Niedrigpreise zu erlangen suchten.

Neben der Wende in Amerika steht bei Adidas in diesem Jahr die interne Kostensenkung im Vordergrund. Die operativen Kosten sollen weiter gesenkt, der Lagerbestand abgebaut und die Entwicklungszeit neuer Produkte von 18 auf neun Monate halbiert werden. Der Anteil der Vertriebs-und Verwaltungskosten ist in den vergangenen fünf Jahren von 30 auf 35 Prozent vom Umsatz gestiegen. Die Kostenreduzierung soll so stark ausfallen, daß der Jahresüberschuß in den kommenden drei Jahren um jeweils 15 Prozent - also bis Ende 2003 um mehr als die Hälfte - steigt und die Schulden um jährlich 100 bis 150 Millionen Euro abgebaut werden können. Die Eigenkapitalquote liegt bei 20,3 Prozent. Im abgelaufenen Jahr war der Jahresüberschuß aufgrund höherer Marketingaufwendungen anläßlich sportlicher Großereignisse wie Olympische Spiele und Fußballeuropameisterschaften, gestiegener Gewinnanteile Dritter und höherer Steuern um 20 Prozent auf 182 Millionen Euro gesunken. Die Aktionäre sollen eine gegenüber dem Vorjahr unveränderte Dividende von 0,92 Euro je Aktie erhalten.

Für das laufende Jahr zeigt sich der Vorstand optimistisch. Die angestrebte zweistellige Ertragsverbesserung soll bei einem internen und um Währungseinflüsse bereinigten Wachstum von 3 bis 5 Prozent erwirtschaftet werden.

9.3.2001 13:59