Umstieg auf Euro kostet Wirtschaft über 20 Mrd.S

Der Countdown zum Euro läuft: Doch noch nicht alle Unternehmen sind für die Einführung der neuen Währung gerüstet. Bis der Euro als konkretes Zahlungsmittel funktionieren kann, müssen vor allem die Banken noch viel Geld investieren.
Die Umstellung vom Schilling auf den Euro wird Österreichs Wirtschaft insgesamt mehr als 20 Mrd. S (1,45 Mrd. Euro) kosten. Bei den Banken sei von 8 Mrd. S die Rede, bei der Industrie von 4 bis 5 Milliarden, den Handel dürfte die Umstellung ebenfalls 4 Mrd. S kosten. Diese Branchen-Zahlen nannte am Donnerstag der Vizepräsident der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Rene Alfons Haiden, in einer Pressekonferenz mit Kammer-Generalsekretär Christian Domany. Zähle man noch die Kosten in anderen Sektoren (etwa Landwirtschaft oder öffentliche Verwaltung) hinzu, so summieren sich die Kosten auf deutlich mehr als 20 Mrd. S.
Freilich stünden jedem Aufwand auch Einsparungen gegenüber, betonte Domany. Diese Euro-Synergien wurden aber noch nicht nach Sparten beziffert. 95 Prozent der Firmen erwarteten jedenfalls positive Effekte für sich, so Haiden.
In einer Umfrage von Fessel+Gfk hat die Wirtschaftskammer Österreich im Februar 2001 den aktuellen "Umstellungsgrad" und die finanziellen Aufwendungen dafür erheben lassen. 501 Interviews mit Unternehmern wurden dazu ausgewertet.
Umstellungskosten von 20.000 bis 200.000
Die erwarteten Umstellungskosten liegen laut Umfrage bei einem guten Viertel der Betriebe unter 20.000 S, bei einem weiteren Viertel höher als 200.000 S, beim Rest zwischen diesen Beträgen. Zu berücksichtigen ist auch in dieser Erhebung, dass 85 Prozent der 300.000 aktiven österreichischen Unternehmen weniger als 10 Mitarbeiter beschäftigen.
Als Dauer für die Euro-Umstellung veranschlagten zwei Drittel der befragten Betriebe etwa zwei Monate. "Je größer der Betrieb, desto länger wird die Umstellungsdauer angegeben", so Domany. Kleinstbetriebe wie Friseure dürften demnach realistisch nicht viel länger als einen Tag brauchen.
Gegenüber letzten Umfragen Ende 1999 gab es freilich Fortschritte: Ihre Umstellung abgeschlossen haben bis Februar 2001 17 Prozent der österreichischen Unternehmen, 21 Prozent sind in der Endphase, weitere 24 Prozent zumindest teilweise fertig. Damit haben fast zwei Drittel der heimischen Betriebe die Arbeiten entweder abgeschlossen oder befinden sich mitten in der Arbeit. Ende 1999 waren es rund 40 Prozent gewesen.

