Freitag, 9. März 2001

McDonald’s sucht Ergänzungen zum Burger

"Hamburger wird es immer geben. Wir überlegen aber, wie wir die Stärke unserer Marke auch in anderen Bereichen gewinnbringend einsetzen können." Andreas Hacker, der nach vielen Jahren an der Spitze von McDonald’s Österreich 1997 in die Führungsetage des US-Mutterkonzerns in Oak Brook bei Chicago übersiedelt ist, sieht viele Möglichkeiten, den Markennamen besser auszunützen.

Neben den klassischen Burgern könnte McDonald’s auch Pizzas oder französische Spezialitäten verkaufen, in Hotelanlagen investieren oder sogar eine Bank gründen, sagte Hacker im Standard-Gespräch.

Die Entscheidung, wohin die Reise gehen soll, wird bis Sommer kommenden Jahres fallen. Zurzeit wird experimentiert. Anfang des Jahres hat sich McDonald’s mit 50 Prozent an der britischen Kette "Pret A Manger" beteiligt, mit der Option, in drei Jahren die restlichen 50 Prozent zu kaufen. Pret A Manger ist spezialisiert auf Sandwiches und kleine Snacks. In Österreich sammelt McDonald’s Erfahrungen mit so genannten McCafés, die neue Kundenschichten ansprechen sollen und die es in ähnlicher Form auch in Australien und Argentinien gibt.

Mac goes East

"Wenn feststeht, was wir machen, werden wir mit voller Kraft an der Umsetzung arbeiten", sagte Hacker, der sich anlässlich einer "Academy of Life"-Veranstaltung der Siemens AG, die vom Standard unterstützt wird, in Wien aufhielt. Hacker ist als Senior Vice-President bei McDonald’s für die Länder Zentraleuropas und Zentralasiens zuständig. Während der Verkauf von Hamburgern auf wichtigen Märkten in Westeuropa und in den USA wegen des hohen Sättigungsgrades kaum mehr zu steigern sei, sieht Hacker östlich von Wien noch gute Expansionschancen. Die Zahl der Standorte, die in Hackers Verantwortung liegen, soll sich in den nächsten 3,5 Jahren von derzeit mehr als 600 auf rund 1000 erhöhen. McDonald’s Österreich, unter den fünf profitabelsten Landesgesellschaften des Fastfood-Imperiums, wird neben den bestehenden 150 Standorten noch 50 weitere eröffnen. Dann sei auch hier der Markt gesättigt.

Die Krise in der europäischen Landwirtschaft, die nach dem Rinderwahnsinn nun mit der Maul- und Klauenseuche zu kämpfen hat, sieht Hacker als Chance. "Der Konsument muss lernen, dass Qualität ihren Preis hat." McDonald’s habe die Kaufzurückhaltung der Konsumenten unterschiedlich stark zu spüren bekommen, sagte Hacker. In Österreich seien die Umsatzrückgänge gering, in Deutschland aufgrund der allgemeinen Hysterie größer gewesen. Kurzfristig habe man den Speisezettel umgestellt und mehr Geflügel und Fisch angeboten.

9.3.2001 09:43