Freitag, 9. März 2001

AOL verliert Streit um Raubkopien

Der weltweit größte Internet-Provider hat vor Gericht den Kürzeren gezogen und eine juristische Niederlage erlitten. Wie aus einem Bericht in der "Financial Times" hervorgeht, muss AOL wegen eines Streits um raubkopierte Musiktitel Schadenersatz zahlen. Das Urteil wurde vom Münchner Oberlandesgericht gefällt.

In der Urteilsbegründung hieß es, dass AOL für seine Dienste Werbung bei seinen Kunden gemacht habe. So hätte das Unternehmen Musikpiraten auf die Seite gelockt. Das wiederum sei rechtswidrig. Mit dem neuen Urteil bestätigte das Gericht die notwendige Haftung von Internet-Anbietern, wenn Musikpiraten ihre Dienste für den Tausch von Raubkopien nutzten.

Bereits vor einem Jahr war AOL vor dem Landesgericht München in einem Rechtsstreit um Raupkopien von Musik-Titeln gescheitert. Zu dem aktuellen Urteil wollte sich der deutsche Ableger bisher nicht äußern.

Erst vor wenigen Tagen musste die Online-Musiktauschbörse Napster alle urheberrechtlich geschützten Titel aus ihrem Angebot entfernen. Das hatte ein US-Bundesgericht angeordnet.

9.3.2001 08:46