Japan im Konjunkturtief

Der Chef der japanischen Notenbank, Masaru Hayami hält eine Rückkehr zur Null-Zinspolitik für möglich. Allerdings werde die Notenbank die Entwicklung der Preise und der Konjunktur genau beobachten. Hayami betonte erneut, dass Japan derzeit nicht in Gefahr sei, in eine deflationäre Spirale zu geraten.
Wie auch bereits Finanzminister Kiichi Miyazawa hatte der Notenbankchef ein strukturelle Reform angemahnt, um eine effektivere Geldpolitik zu ermöglichen. Trotz der Bemühungen der Notenbank, sei es nicht gelungen die Wirtschaft mit Liquidität zu versorgen und so Wachstum zu stimulieren.
Devisenmarktinterventionen zur Schwächung des Yen bezeichnete Hayami als problematischen geldpolitischen Schritt. Die BoJ habe außerdem derzeit keine Pläne, um die Inflation anzuschüren. Hayami betonte erneut, dass Japan derzeit nicht in Gefahr sei, in eine deflationäre Spirale zu geraten.
Japans Staatshaushalt befindet sich nach Ansicht von Finanzminister Kiichi Miyazawa kurz vor einem Zusammenbruch und benötigt weit reichende Reformen. "Japans Haushalt steht vor einem Kollaps, und eine grundlegende Reform ist notwendig", sagte Miyazawa vor einem Parlamentsausschuss am Donnerstag in Tokio. Über Zeitpunkt und Art der Reformen machte er jedoch keine weiteren Angaben. Japan hat den größten Schuldenberg unter den Industrienationen. Der Yen fiel nach den Äußerungen Miyazawas gegen den Dollar auf den tiefsten Stand seit 20-Monaten bei 120,40 Yen, erholte sich jedoch danach wieder etwas.
Einige Analysten sagten, obwohl Miyazawa von einem "Kollaps" gesprochen habe, unterschieden sich seine Äußerungen nicht grundsätzlich von früheren Forderungen nach Haushaltsreformen. Zuvor hatte Miyazawa einen prognose für das Wirtschaftswachstum abgegeben. Demnach dürfte die Wirtschaft im Geschäftsjahr 2001/2002 um 1,7 Prozent wachsen. Damit bestätigte er die Wachstumsprognose der Regierung.
Auch für das am 31. März ablaufende aktuelle Geschäftsjahr bestätigte Miyazawa die Wachstumsprognose von 1,2 Prozent. Zudem werde das Brutto-Inlandsprodukt von Januar bis März "nicht schlecht" sein, erklärte Miyazawa.

