Donnerstag, 8. März 2001

Warnung: Glassplitter in Coca Cola-Flaschen

Coca-Cola will bis Ende des Jahres insgesamt 1.400 der 11.000 Stellen in Deutschland streichen. Seit der Ankündigung des Restrukturierungsprogramms im Mai vergangenen Konzern am Mittwoch in Berlin mit. Unterdessen hat der Getränkehersteller in Frankreich eine Rückrufaktion für mehrere Tausend Cola-Flaschen gestartet. In den Getränken könnten sich Glassplitter befinden.

Die Coca-Cola Erfrischungsgetränke AG (CCE) will im Zuge eines Umbaus bis Ende des Jahres insgesamt 1.400 ihrer 11.000 Stellen in Deutschland streichen. Seit der Ankündigung des Restrukturierungsprogramms im Mai vergangenen Jahres seien bereits 500 Stellen, zum Teil durch Fluktuation, abgebaut worden, teilte der größte deutsche Abfüller des US-Konzerns am Mittwoch in Berlin mit. In der vergangenen Woche hätten sich Vorstand und Gesamtbetriebsrat auf einen Sozialplan geeinigt, der den Abbau von weiteren 290 Stellen vorsehe.

Standorte in Ostdeutschland betroffen

Vereinbart wurde zugleich der Erhalt der Standorte in Stralsund, Grüna bei Chemnitz und Hermsdorf bei Magdeburg mit einer Bestandsgarantie bis Ende März 2003, teilte das Unternehmen mit und bestätigte damit einen Bericht der in Dresden erscheinenden "Sächsischen Zeitung" (Mittwochausgabe). Über die verbleibenden Stellenstreichungen müsse noch verhandelt werden.

Die CCE ist der größte von neun Coca-Cola-Lizenznehmern in Deutschland und deckt etwa 70 Prozent des deutschen Marktes ab. Sie ist für den Vertrieb in Ost- und Süddeutschland sowie in weiten Teilen von Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Hessen und Schleswig-Holstein verantwortlich. Der Sitz von Coca-Cola Deutschland ist in Essen.

Glassplitter in Flaschen?

Der Getränkehersteller Coca-Cola hat am Mittwoch in Frankreich eine Rückrufaktion für mehrere Tausend Cola-Flaschen gestartet. In den Getränken könnten sich Glassplitter befinden, hieß es in einer Mitteilung des Unternehmens. Betroffen seien rund 7300 Flaschen einer Abfüllanlage in Clamart bei Paris. Dort seien bei der Abfüllung mehrere Flaschen zu Bruch gegangen. Sie seien aussortiert worden. Allerdings könne nicht ausgeschlossen werden, dass nicht doch einige Getränke mit Glassplittern verunreinigt worden und in den Verkauf gelangt seien. Die Rückrufaktion betrifft nur 0,25-Liter-Flaschen, die in Achterpacks verkauft wurden. Der französische Staatssekretär für Verbraucherfragen begrüßte die Aktion als "sehr verantwortungsbewusst".

Zuletzt rief der US-Getränkehersteller im Sommer 1999 Produkte aus den Läden zurück, nachdem mehrere Hundert Menschen in Belgien, Frankreich und den Niederlanden nach dem Genuss von Coca-Cola erkrankten. Schuld waren damals schlechte Kohlensäure und Rückstände von Pilzschutzmitteln in den Flaschen. Die Umsätze fielen in Folge stark.

8.3.2001 08:23