Mittwoch, 7. März 2001

Opel verkauft billige "Webcars" über Internet

Als erster deutscher Autobauer will Opel in einem Pilotprojekt eine spezielle Modellpalette zu reduzierten Preisen im Internet anbieten.

Wie der für Vertrieb zuständige Vorstand Andrej Barcak am Mittwoch in Rüsselsheim erklärte, werden die so genannten Webcars zwischen sieben und elf Prozent billiger sein als vergleichbar ausgestattete Modelle beim Opel-Händler. Das Pilotprojekt, das am kommenden Samstag startet, läuft zunächst bis zum 31. Juli.

Barcak dämpfte die Erwartung, im Rahmen des Projekts könnten auf Anhieb große Stückzahlen abgesetzt werden: "Wir rechnen mit 250 bis 300 Autos." Was Hersteller und Händler durch den Internetverkauf an Vertriebskosten sparten, werde voll an die Kunden weiter gegeben. Opel bietet im Internet zunächst insgesamt sechs verschiedene Modelle der Typen Agila, Corsa, Astra, Vectra und Omega an. Die Preise bewegen sich zwischen 16.900 DM (8.641 Euro/118.900 S) und 45.900 DM (23.468 Euro/322.931 S). Opel folgt mit seinem Internetverkauf dem Schwesterunternehmen Vauxhall, das seit dem vergangenen Jahr bereits Autos in Großbritannien online verkauft.

Der Vertriebsvorstand betonte, das neue Konzept sei nicht darauf angelegt, die Zusammenarbeit mit den Vertragshändlern zu ersetzen: "Es geht hier um ein zusätzliches Angebot für den Kunden." Wer das Auto auf der Opel-Internetseite ausgewählt habe, zahle eine Reservierungsgebühr von 100 Mark, die bei Vertragsabschluss angerechnet werde. Nach der Online-Bestellung nehme ein Internet-Kundenberater Kontakt mit dem Kunden auf und informiere den örtlichen Opel-Händler: "Den Termin für Probefahrt, Vertragsabschluss und Auslieferung vereinbaren dann Kunde und Vertragshändler."

Der Autoforscher Ferdinand Dudenhöffer sagte, der Verbindung zwischen Internet und klassischem Autohaus gehöre die Zukunft: "Das Internet definiert die ganze Branche neu." In den USA habe 1999 bereits jeder zweite Autokäufer vor Vertragsabschluss Informationen im Internet gesammelt.

7.3.2001 14:31