Mittwoch, 7. März 2001

Keine Entlassungen in Luton

Der englische Produktionsstandort der Opel-Mutter General Motors (GM) in Luton wird nicht geschlossen. Nach massiven Protesten der europäischen GM-Belegschaften gegen eine geplante Schließung hat der amerikanische Autokonzern mit den Arbeitnehmervertretern einen Standortsicherungsvertrag unterzeichnet. Danach soll es keine betriebsbedingten Kündigungen in England geben.

Der englische Produktionsstandort der Opel-Mutter General Motors (GM) in Luton bleibt erhalten. Nach massiven Protesten der europäischen GM-Belegschaften gegen eine geplante Schließung hat der amerikanische Autokonzern mit den Arbeitnehmervertretern einen Standortsicherungsvertrag unterzeichnet. Dies teilten das europäische GM-Management und die Betriebsräte am Dienstag in Zürich mit.

Nach der Vereinbarung soll es keine betriebsbedingten Kündigungen in England geben. Luton wird zu einem Produktionsstandort für leichte Nutzfahrzeuge ausgebaut. Dort sollen jährlich rund 100.000 Modelle des Geländewagens Frontera und der mit Renault entwickelte Transporter Vivaro vom Band laufen. Dagegen wird die Vectra- Produktion, die auf eine Kapazität von 110.000 Einheiten jährlich ausgelegt war, eingestellt. Damit sollen die europaweiten Überkapazitäten bei GM im PKW-Sektor abgebaut werden. Den davon betroffenen Arbeitnehmern werden Stellen in anderen Werken angeboten.

Der Opel-Betriebsratschef und zugleich Vorsitzender des Europäischen Arbeitnehmerforums bei GM, Klaus Franz, wertet die Rahmenvereinbarung als europäische Standortsicherung bis 2005. Es bestehe Einigung, dass der für Luton gefundene Kompromiss auch nicht zu Lasten anderer europäischer Werke gehen werde. Nur auf Grund der geschlossenen Haltung aller Belegschaften und Arbeitnehmervertreter habe dies erreicht werden können.

40.000 Beschäftigte demonstrierten für den Werk-Erhalt

Ende Januar hatten rund 40.000 von insgesamt 83.000 Beschäftigten in sämtlichen europäischen GM-Werken die Arbeit niedergelegt und gegen die geplante Werksschließung in Luton demonstriert. Allein an den vier deutschen Standorten der GM-Tochter Opel waren mehr als 15.000 Arbeitnehmer beteiligt.

Mit der Aufwertung des Standortes Luton haben die Arbeitnehmer im Konflikt mit der GM-Konzernpolitik bereits zum zweiten Mal binnen kurzer Zeit einen Erfolg erstritten. Angesichts der Allianz mit Fiat hatten sie erst im Juni 2000 mit Streiks im Bochumer Opel-Werk weit gehende Vereinbarungen durchgesetzt. Danach soll die Gründung von Gemeinschaftsunternehmen von Opel und Fiat für die bisherigen Opel- Beschäftigten keine Nachteile bringen.

7.3.2001 08:33