Dienstag, 6. März 2001

Terminbörse schloss in Erwartung des Schneesturmes

Der Ölpreis ist am Montag bei Erwartung eines Schneesturms in den USA und der Kürzung der Opec-Ölproduktion deutlich gestiegen. In London verteuerte sich die führende Nordsee-Ölsorte Brent um 68 Cents auf 26,68 Dollar je Barrel (1 Barrel = 159 Liter).

An der New Yorker Terminbörse Nymex stieg der Preis des US-Leichtöls um 76 Cents auf 28,60 Dollar je Barrel.

Die Nymex schloss in Erwartung eines Schneesturms vorzeitig um 19.00 Uhr MEZ. Schneeregen und gefrierender Niederschlag hatten im Nordosten der USA bereits zu eisglatten Straßen geführt. In New York wurden die Unternehmen aufgerufen, ihre Arbeitszeiten zu staffeln, um den Feierabendverkehr zu entschärfen. In mehreren Bundesstaaten blieben Schulen und andere öffentliche Einrichtungen geschlossen. In New Jersey wurde der Notstand ausgerufen. Meteorologen gehen davon aus, dass ein Blizzard über Neu-England hinwegziehen werde, der bis zu einem Meter Neuschnee mit sich bringe. Der Schneesturm könne bis Dienstag andauern. Außerdem müsse mit Stromausfällen gerechnet werden, da der feuchte Schnee schwer auf den Stromleitungen laste.

"Das kalte Wetter wird den Ölpreis in den kommenden Tagen hoch halten", sagte Analyst Christopher Bellew vom Wertpapierhaus Prudential Bache. Preistreibend wirkten auch die Aussichten für eine Senkung der Ölproduktion bei der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) aus. Vertreter der Opec-Länder Iran und Katar sagten am Montag, sie befürworteten weitere Maßnahmen zur Erhöhung des Ölpreises. Die Opec-Länder hatten im Januar die Kürzung der Ölförderung um 1,5 Millionen Barrel je Tag vereinbart. Sie erwägen aber eine weitere Senkung der Produktion, weil sie im zweiten Quartal eine nachlassende Nachfrage befürchten. Die Opec will den Ölpreis bei 25 Dollar je Barrel halten.

6.3.2001 09:10