Telekom will Abbau der Beamten beschleunigen

Die angespannte Situation um den Personalabbau in der Jet2web Telekom Austria (TA) spitzt sich zu: Unter den 14.000 TA-Beschäftigten gärt es gewaltig, die Angst vor dem Jobabbau greift um sich.
Verschärft wird die Situation durch eine Sonderabfertigungsaktion, die für Beamte Anreiz zum Ausscheiden aus dem Bundesdienst sein soll.
Ein dem STANDARD vorliegendes internes Informationspapier listet die Benefits für kündigungswillige Beamte penibel auf: Beamte, die freiwillig und unwiderruflich erklären, bis 30. April aus der TA-Personalmanagement GmbH (TAP) auszuscheiden, bekommen zusätzlich zur Abfertigung eine Sonderprämie in Höhe von 60.000 Schilling (4360,37 Euro) ausbezahlt. Vorausgesetzt, die TA kann auf die Beamten verzichten. Zur Erinnerung: Bis die TA umgebaut ist und feststeht, welche Mitarbeiter die "neue" TA tatsächlich noch braucht, befinden sich alle TA-Beschäftigten in der TAP. 800 von ihnen "warten" bereits auf ihre berufliche Neuorientierung, 200 stehen auf der Kündigungsliste.
Je später sich die Kündigungswilligen entscheiden, desto niedriger fällt die Sonderprämie aus. Ende Juni sind es nur noch 20.000 Schilling, die zusätzlich zum Abfertigungsäquivalent ausgezahlt werden. Wie bei ASVG-Arbeitnehmern ist die Abfertigung selbst gestaffelt: Sie beträgt nach drei Jahren das 17fache, nach zehn Jahren das 19fache und nach 20 Jahren das 24fache des letzten Bruttomonatsbezuges. Jene Beamten, die am freien Arbeitsmarkt chancenlos sind, bekommen beides: eine Abfertigung und eine zwölfmonatige Übergangszeit als Angestellte. Danach haben sie Anspruch auf Arbeitslosengeld.
Chaos
Was für die Arbeitnehmer akzeptabel klingt, entledigt die TA allerdings nicht sofort ihrer nach wie vor 4000 überzähligen Dienstnehmer. Insgesamt hat die TA einen Personalstand von 14.000. Genau das aber ist die Crux, denn das TA-Management hat die Gewinnwarnung mit gestiegenen Personalkosten begründet.
"Dieses Chaos führt dazu, dass alle Angst haben, ob es ihren Job morgen noch gibt", heißt es im Betriebsrat. Auch Aufträge könnten nicht mehr bearbeitet würden, weil Einkauf und Logistik nicht funktionierten. TA-Sprecher Martin Bredl hofft, dass die Sonderaktion greift. Der laufende Betrieb sei auf jeden Fall gewährleistet, dafür sei gesorgt. Ein versöhnliches Ende ist nicht in Sicht: Die Gewerkschaft verlangt nun die Vorlage von Kündigungslisten.

