"Industrie wird weiblich"

Die bestehende Lücke bei Fachkräften soll durch weibliche Arbeitskräfte geschlossen werden: Um Frauen verstärkt für zukunftsorientierte Berufe zu motivieren, startet die Industriellenvereinigung (IV) gemeinsam mit dem Arbeitsmarktservice (AMS) und dem Bildungsministerium eine Informationsinitiative.
In der heimischen Industrie herrsche ein Fachkräftemangel, der sich in den nächsten Jahren noch weiter verstärken werde, betonte IV-Generalsekretär Lorenz Fritz bei einem Pressegespräch am Montag. Nach einer IV-Umfrage glauben 82,7 Prozent von insgesamt 970 befragten Unternehmen, dass der Bedarf an Fachkräften in den kommenden zwei bis fünf Jahren steigen werde. Eine Möglichkeit, diesen Fachkräftemangel zu bekämpfen, sei die weibliche Beschäftigungsquote zu erhöhen. So seien zum Beispiel im Gesundheits- und Sozialwesen derzeit 78,8 Prozent der Beschäftigten Frauen, während die Frauenerwerbsquote in der Sachgütererzeugung nur bei 28,5 Prozent liegt.
Im EU-Schnitt liegt Österreich bei der Frauenbeschäftigung mit einem Anteil an der gesamten Wohnbevölkerung von 62,5 Prozent im oberen Mittelfeld. Den höchsten weiblichen Beschäftigung Anteil haben Finnland (70,0 Prozent), Schweden (72,2 Prozent) und Dänemark (75,0 Prozent). Schlusslichter bilden Luxemburg (47,6 Prozent), Spanien (47,5 Prozent) und Italien (43,9 Prozent).
Dass der verstärkte Einsatz von Frauen in der heimischen Industrie helfen könne, das Facharbeiterproblem zu lösen, glaubt auch die Mehrheit der IV-Mitglieder. Laut einer IV-Umfrage sind 57,3 Prozent der Befragten dieser Meinung. 35,1 Prozent beantworteten die entsprechen Frage mit Nein.
Für mehr Frauenbeschäftigung fordert die IV die Unterstützung durch Politik und Sozialpartner. Die Politik müsse den Frauen die Chancen einer wissensorientierten Wirtschaft aufzeigen. Es müssen mehr Anreize geschaffen werden, das Frauen eine technisch-orientierte Ausbildung wählen. Das AMS müsste künftig verstärkt Frauen technische Berufe anbieten. Die Unternehmen müssten künftig stärker die Weiterbildungsmöglichkeit für Frauen nützen.

