Abfahrts-Trainer Schaffer fordert: "Frehsner oder ich"

Keine einzige Weltcup-Kugel, nur sechs Siege in 34 Rennen, verbissene Gesichter, wohin man auch schaut: Im ÖSV-Damenteam ist das seit langem offensichtliche Stimmungstief nach dem letzten Final-Rennen in Aare öffentlich geworden.
Abfahrts-Trainer Burkhard Schaffer forderte sogar die Ablöse von Cheftrainer Karl Frehsner: "Entweder er oder ich."
Schröcksnadel: Wenn jemand gehen will, wird er nicht zurückgehalten
In Schweden eskalierte damit eine Stimmung, die sich schon seit längerem negativ auf die Leistung der ÖSV-Damen auswirkt. Doch weder Alpinchef Hans Pum noch ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel ließen sich in Aare aus der Reserve locken. "Bei Misserfolgen dem Trainer die Schuld zu geben, ist billig und hat bei den Damen Tradition", sagte Schröcksnadel. Und stellte klar: "Die Mannschaft wird nie die Trainer aufstellen. Wir wollen, dass es so bleibt und werden von uns aus niemand kündigen. Wenn jemand aber gehen will, werden wir ihn nicht zurück halten."
Pum gestand zumindest athmosphärische Störungen ebenso ein, wie auch dass er mit dem Abschneiden der Damen nicht zufrieden sei. "Weil da ein Riesenpotenzial ist und viel mehr möglich gewesen wäre." Aber auch er sieht zunächst keinen Grund für personelle Konsequenzen. "Wir werden die Situation analysieren und Gespräche führen. Alles andere wird sich ergeben."
Schaffer in Snow Basin mit dabei
Deshalb konnte Pum am Sonntag Schaffer auch keine Antwort auf die geforderte Entscheidung geben. Der Abfahrts-Coach, der fünf der sechs Saisonsiege und drei WM-Medaillen auf seine Fahnen heften kann, wollte deshalb auch sofort das Handtuch werfen.
Pum konnte ihn aber überreden, wie geplant den Trip nach Snow Basin, wo am Wochenende für Götschl, Dorfmeister, Meissnitzer, Obermoser, Schneider, Heregger und Sponring NorAm-Rennen auf den Olympia-Pisten auf dem Programm stehen, mit zu machen. "Okay, das ist für Olympia wichtig. Aber danach bin ich weg", sagte Schaffer in Aare. Für den Fall, dass es doch ohne Frehsner weiter gehe, könne man ihn ja wieder zurück holen.
Probleme auch im Team der Schweiz
Interne Dissonanzen gibt es aber nicht nur bei den Österreichern, sondern auch bei den Schweizern. Patrick Morisod, der Slalomtrainer der Herren, hat bereits seinen Rücktritt erklärt. Als Hauptgrund für diesen Schritt gab er an, zu dem österreichischen Chefcoach Dieter Bartsch kein Vertrauen mehr zu haben.
