Hertha BSC besiegt Unterhaching

Seit Ewigkeiten gewinnt Hertha BSC wieder einmal ein Heimspiel und hält mit dem Erfolg gegen Unterhaching Anschluss an die Spitzengruppe.
Genau 123 Tage mussten die Hertha-Fans warten, dann gab es endlich wieder ein richtiges Erfolgserlebnis im Olympiastadion. Allerdings bot der Champions-League-Anwärter am Mittwochabend beim mühsamen 2:1 (0:0) im Nachholspiel gegen die SpVgg Unterhaching eine schwache Vorstellung und kam nur dank einer kämpferischen Steigerung in der letzten halben Stunde zu drei glücklichen Punkten.
Vor der Saison-Minuskulisse von 27.326 Zuschauern hatte Matthias Zimmermann (52.) die abstiegsbedrohten Gäste nach einem kapitalen Schnitzer von René Tretschok in Führung gebracht. Pal Dardai (55.) und Dick van Burik (67.) konnten das Blatt jedoch noch wenden.
Lange rannten die Berliner ohne Konzept und Ideen an
Gegen die Münchner Vorstädter knüpfte die Hertha nahtlos an ihre enttäuschenden Heimvorstellungen der jüngsten Vergangenheit an. Statt wie angekündigt Wiedergutmachung für die 2:5-Schlappe aus dem Hinspiel zu betreiben, rannten die Berliner lange Zeit ohne Konzept und Ideen gegen den Abwehrriegel der Gäste an.
Im Mittelfeld der Berliner, die auf sechs verletzte oder erkrankte Stammkräfte verzichten mussten, war Darius Wosz ein Totalausfall. Auch die Stürmer brachten nichts zu Wege. Bezeichnend für die Personalnot war, dass ab der 46. Minute mit Andreas Thom ein längst ausgemusterter Akteur zu seinem ersten Bundesligaeinsatz seit November 1999 kam.
Haching war in der ersten Hälfte der Führung näher
Mit van Burik (31.) gab ein Abwehrspieler den ersten Schuss aufs Gästetor ab. Allerdings war die fast ausschließlich auf Defensive bedachte SpVgg bei ihren wenigen Vorstößen dem Führungstor näher. In der 27. Minute konnte Tony Sanneh im letzten Moment vor dem einschussbereiten Zimmermann zur Ecke klären. Vier Minuten vor dem Seitenwechsel vergab Miroslav Spizak freistehend vor Gabor Kiraly das 1:0 für Haching. Kurz nach der Pause verhinderte die Latte des Berliner Tores bei einem 20-Meter-Schuss von Dietmar Hirsch (49.) die Gästeführung.
Dann führte ein Blackout von René Tretschok, der Zimmermann mit einem Rückpass im Strafraum mustergültig bediente, schließlich doch zum längst verdienten 0:1. Dieser Rückstand weckte die Herthaner freilich aus ihrer Lethargie. Durch das erste Saisontor von Dardai kam die Hertha nur drei Minuten später zum Ausgleich und forcierte anschließend das Tempo.
René Tretschok machte Fehler wieder gut
Mit einem präzisen Pass auf van Burik (67.) machte Tretschok ("Wir haben uns zusammengerauft und das Ding nach umgebogen") seinen Fehler wieder wett und führte die Hertha doch noch auf die Siegerstraße. Dieter Hoeneß erlebte den ersten Heimsieg seiner Hertha seit dem 4. November 2000 von der Tribüne aus. Der Hertha-Manager war von Schiedsrichter Hartmut Strampe (62.) wegen Reklamierens vom Spielfeldrand verwiesen worden.
"Wir haben uns sehr schwer getan. Man hat gesehen, dass die Spieler sehr verunsichert waren. Deshalb sind wir froh, das 0:1 noch umgebogen zu haben. Am Ende zählen nur die drei Punkte", war Hertha-Coach Jürgen Röber nach dem Zittersieg erleichtert.
25. Runde der deutschen Fußball-Bundesliga:
Freitag:
Bayer Leverkusen - Werder Bremen (20.15 Uhr)
Samstag:
Hertha BSC Berlin - Hansa Rostock
VfL Bochum - 1. FC Köln
VfL Wolfsburg - SpVgg Unterhaching
SC Freiburg - Borussia Dortmund
Bayern München - Energie Cottbus (alle 15.30 Uhr)
Eintracht Frankfurt - FC Schalke 04 (20.15 Uhr)
Sonntag:
1. FC Kaiserslautern - 1860 München
Hamburger SV - VfB Stuttgart (beide 17.30 Uhr)
