Ist der Skandal-Boxer geläutert?

Der "schlimmste Mensch des Planeten", wie sich Mike Tyson einst selbst nannte, hält sich für geläutert. "Ich habe mich geändert, weil ich jetzt weiß, dass ich das Problem bin." Evander Holyfield (Bild) kann von Tysons Eskapaden ein Lied singen.
Tyson, der wegen manischer Depressionen in Behandlung steht, fühlt sich glücklicher und ausgeglichener denn je, da er ein gutes Verhältnis zu den Leuten um sich herum habe. Das Leben sei viel zu kurz, um andauernd wütend auf andere Menschen zu sein, lautet die Erkenntnis die Ex-Champions.
Seine oftmaligen Hass-Tiraden und verbalen Entgleisungen seien einfach zu wörtlich genommen worden. "Ich habe viele Dinge über viele Menschen gesagt. Einige zu recht, andere nicht. Manchmal bin ich einfach nur explosiv mit den Worten, die ich wähle", versuchte sich der 34-Jährige zu rechtfertigen.
Drei Monate gesperrt
Seine Ankündigung nach dem bisher letzten Kampf am 20. Oktober gegen den Polen Andrew Golota, die Handschuhe an den Nagel zu hängen, sei kein Thema. Derzeit ist Tyson drei Monate gesperrt, weil ihm nach dem Golota-Kampf die Einnahme von Marihuana nachgewiesen worden.
Der "Bad Boy" wird nie aufhören, das Boxen zu lieben, denn er wollte nie etwas anderes tun. "Ich hatte nur Schwierigkeiten mit dem Stigma, das mit mir und dem Boxen verbunden wurde. Wie zum Beispiel Evander zu beißen, den Arm des anderen Typen zu verletzten, ja fast zu brechen, das wurde alles immer wieder mit mir in Verbindung gebracht. Ich wusste einfach nicht mehr, wie ich damit umgehen sollte", so Tyson. Im Juni 1997 hatte er Evander Holyfield im WM-Duell zwei Mal ins Ohr gebissen: Für 16 Monate verlor er die Lizenz.
Mega-Fight gegen Lennox Lewis?
Tyson, der in Las Vegas lebt, ist überzeugt, dass der Mega-Fight gegen Lennox Lewis stattfinden wird. "Es muss passieren. Wenn nicht, wäre das eine Ungerechtigkeit in der kompletten Rechtsprechung des Boxsports. Wir sollten die Fernsehsituation einfach zur Seite legen", forderte "Iron Mike". Lewis, Weltmeister der Verbände WBC und IBF, hatte erst am Wochenende das Duell für höchst unwahrscheinlich erklärt, da er bei Showtime und Tyson bei HBO unter Vertrag stehe.
Dass er Lewis schlagen würde, bezweifelt Tyson keine Sekunde. Trotz der Vorteile in Körpergröße und Reichweite könne Lewis ihm nicht gefährlich werden. "Ich komme an ihn ran, wie ich an alle Gegner herangekommen bin und würde ihn treffen", behauptet Tyson, in dessen von zahlreichen kriminellen Eskapaden geprägtem Leben sich nun alles zum Guten fügen werde.
