Weiter Kämpfe in Südserbien und Mazedonien

Die Krisenherde in Südserbien und Mazedonien kommen nicht zur Ruhe: Im südserbischen Krisengebiet kam es am Wochenende zu keinem Abkommen über einen Waffenstillstand.
Rebellen und politische Unterhändler der Albaner sahen am Sonntag keine Möglichkeit für ein derartiges Abkommen mit serbischen Einheiten im Presevo-Tal. Unterdessen haben die mazedonische Albaner-Guerilla UCK und albanische Politiker eine Umwandlung des Landes in eine Konföderation aus Albanern und Mazedoniern verlangt. In einer in Skopje verbreiteten Erklärung wurde eine neue Erfassung der Bevölkerung und Verfassungsänderungen unter "internationaler Vermittlung" gefordert.
Hauptstreitpunkt bei den Verhandlungen über einen Waffenstillstand im Presevo-Tal sei die von Belgrad geforderte Stationierung von jugoslawischen Einheiten in dem von Albanern bewohnten Dorf Trnava im Süden der Pufferzone zum Kosovo, sagte der Bürgermeister von Presevo und Albaner-Vertreter Riza Halimi in Pristina. Der NATO-Gesandte Peter Feith konnte nach dem Scheitern der Verhandlungen keinen konkreten Termin für eine Fortsetzung der Gespräche nennen.
Wie der Belgrader Radiosender "B92" meldete, hofft Feith aber auf eine Wiederaufnahme noch in dieser Woche. "Ich glaube wir müssen Geduld haben", sagte er. Halimi gab einem Abkommen am Sonntag keine Chance mehr. Ein Kommandant der Albaner-Guerilla UCPMB, der Rebellenführer "Musa", sagte, am Montag werde es zunächst Gespräche mit einer Delegation der NATO geben. Danach würden die Kommandanten der Rebellen beraten.
Der serbische Vizepremier Nebojsa Covic bedauerte, dass die albanische Seite am Samstag ein Abkommen abgelehnt hatte. Serbien akzeptiere den Waffenstillstand ohne jede Bedingung, sagte er im serbischen Staatsfernsehen. Die NATO hat einer Rückkehr der jugoslawischen Armee in die Pufferzone auf einem Abschnitt zur mazedonischen Grenze zugestimmt. Der EU-Beauftragte für die gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik, Javier Solana, sagte in einem von der jugoslawischen Nachrichtenagentur Tanjug zitierten Radiointerview, die internationale Gemeinschaft dürfe nicht zulassen, dass es wegen "einer kleinen Zahl von Extremisten" zu einer "Verschlechterung der Situation" in Südosteuropa komme. Die internationale Gemeinschaft habe politisch und ökonomisch in die Länder Südosteuropas investiert, um die Zusammenarbeit und nicht die Konflikte zu fördern.
Die mazedonische UCK erklärte bezüglich ihrer Forderung nach einer Konföderation, damit solle eine Diskriminierung der Albaner in Mazedonien verringert werden. Weiters sollten alle politischen Gefangenen freigelassen werden. Sie versicherte, die territoriale Integrität Mazedoniens zu achten. Noch für Sonntag wurde die Gründung der neuen Albaner-Partei "Nationale Demokratische Partei" (PDK) erwartet, die auch eine Föderation in Mazedonien als Hauptziel haben wird. Der designierte PDK-Vorsitzende, Kastriot Haxhirexha, sagte der Nachrichtenagentur KosovaLive (Pristina): "Die Existenz zweier territorialer Einheiten im Staat wird Mazedonien stabiler machen, weil danach keiner sagen kann, dass die Albaner keine Rechte haben." Rebellen hatten am Samstag erneut Stellungen der serbischen Polizei und Dörfer in der Kosovo-Pufferzone angegriffen.
Prozess um Gottfried Küssel14:36
Hitler-Gruß vor Gericht"Ich zeige es, ich werde bestraft": Anwalt eines Mitangeklagten liefert bizarre Show ab
