Marcos: "Unser Marsch lässt die Reichen erzittern"

Der Protest- oder Friedensmarsch (je nach Standpunkt des Betrachters) ist in Mexiko City eingetroffen. Dort wurden die Zapatisten aus dem Süden Mexikos von Staatspräsident Vicente Fox empfangen.
Der mexikanische Präsident Vicente Fox hat den Protestmarsch der Zapatisten gegen Armut und Unterdrückung als Beweis für eine lebendige Demokratie begrüßt. Er lud die Anführer der Guerillabewegung zu einem Dialog über eine Friedenslösung für den indianischen Süden des Landes ein. Guerillaführer Subcomandante Marcos sagte auf einer Kundgebung am Rand der Hauptstadt: "Unser Marsch lässt die Reichen zittern." Die Zapatisten waren am Wochenende nach einem Marsch über 3.000 Kilometer in der Hauptstadt eingetroffen. Am Hauptplatz war eine Massenkundgebung geplant.
Will Fox selbst Kapital aus der "Zapatour" schlagen?
"Willkommen, Subcomandante Marcos, willkommen in der politischen Arena!" rief Fox den Zapatisten entgegen, die zu Beginn ihres 3.000 Kilometer langen Protestzugs im südlichen Staat Chiapas ihre Waffen abgelegt hatten. "Dies ist der Beginn des Dialogs, auf den wir Mexikaner so gespannt gewartet haben", fügte Fox hinzu, der am Samstag seit 100 Tagen im Amt war. Zur Kritik an einer Wirtschaftslastigkeit der Regierung, die erstmals von der konservativ-liberalen Nationalen Aktionspartei gestellt wird, sagte Fox, er führe "eine Regierung der Rechte, nicht der Rechten". Marcos hatte Fox bereits vor ein paar Tagen vorgeworfen, selbst Kapital aus der "Zapatour" schlagen zu wollen.
Mehrere tausend Mitglieder und Anhänger der Zapatistischen Nationalen Befreiungsarmee (EZLN) versammelten sich am Samstag in einem Stadion der Vorstadt Xochimilco zu einer ersten Kundgebung in der Hauptstadt. Dabei kritisierte Marcos scharf den Einfluss der Unternehmer auf die mexikanische Gesellschaft, wiederholte aber nicht seine Vorwürfe gegen Fox. "Die Reichen verstecken sich in ihren Türmen und lassen es fließen - nicht ihr Geld, sondern ihre Dummheit und Schwerfälligkeit", rief der stets maskiert auftretende "Vizekommandant" aus.
Die Zapatisten haben ihre Waffen niedergelegt
Mit den Zapatisten ziehen erstmals seit 1914 wieder erklärte Rebellen in der Hauptstadt ein - damals waren dies während der mexikanischen Revolution die Leute des Nationalidols Emiliano Zapata, auf den sich die Zapatisten berufen. Die Zapatisten haben sich am 1. Jänner 1994 im Namen der indianischen Landbevölkerung gegen die Regierung erhoben und im südmexikanischen Staat Chiapas ein kleines Gebiet unter ihre Kontrolle gebracht. Verhandlungen mit der Regierung kamen vor vier Jahren zum Stillstand.
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