Sonntag, 11. März 2001

HAUPT-SPEZIAL

Sozialminister Herbert Haupt (F) warf am gestrigen Samstag den Krankenkassen grobe Fehler in der Gebarung vor und will ihre Finanzierung total umkrempeln. In den Voranschlägen für 2001 und 2002 sei jeweils rund eine Milliarde Schilling an Ausgaben budgetiert, die in Wirklichkeit nicht anfielen.

Durch falsche Budgetzahlen sollen sich die Kassen ein "Körberlgeld" auf die Seite gelegt haben, so Haupt. Konkret geht es um Ersatzzahlungen für Krankenstände von Arbeitern. Seit Jahresbeginn 2001 kommen die Arbeitgeber für diese Kosten auf. Die entsprechenden Ausgaben seien noch in den Kassenbudgets enthalten. Bei den diversen Krankenkassen ergäbe dies insgesamt eine Milliarde Schilling. In der nächsten Verhandlungsrunde mit den Kassen wird er ein "Papier mit allen Ungereimtheiten" präsentieren.

Vor dem Hintergrund der massiven Schwierigkeiten bei der Reform des Gesundheitswesens hält Haupt eine Totalreform des Finanzierungssystems für unumgänglich. Vor allem will er künftig alle Finanztöpfe in einer Hand vereinigt wissen. Das gesamte Gesundheitswesen solle künftig über die Kassen finanziert werden - auch die Spitäler, die bisher rund zur Hälfte von Ländern bzw. Gemeinden erhalten werden.

Die von ihm angepeilte Reform der Sozialversicherungen skizziert Haupt wie folgt: Im Hauptverband (HV) der Sozialversicherungsträger soll es künftig statt 43 Abteilungen nur mehr drei Spartenleiter für Unfall-, Pensions- und Krankenversicherung sowie fünf Geschäftsbereiche geben, nämlich interne Verwaltung, EDV, Rechtsberatung, Medikamentenverwaltung und Ärzte. Das Präsidium soll nur mehr aus zwei statt drei Personen bestehen.

11.3.2001 09:29