Samstag, 10. März 2001

Zerstörung der Buddha-Statuen geht weiter

Die radikalislamischen afghanischen Taliban haben am Samstag den Appell der Vereinten Nationen zur Rettung der Buddhastatuen in Afghanistan zurückgewiesen. Der Taliban-Außenminister Mullah Wakil Ahmad Mutawakil sagte: "Der Appell ist uns egal.

Die Resolution wird unseren Standpunkt nicht ändern. Wir werden sie (die Statuen) alle zerstören. Wir können nicht zurück." Auf die Frage, ob eventuell eine internationale Anerkennung der Taliban-Herrschaft die Statuen retten könne, sagte der Mutawakil , das eine sei eine politische Frage, das andere eine Frage der Religion, die nichts mit einander zu tun hätten.

Die Vereinten Nationen hatten die Machthaber in Afghanistan am Vortag in einer Resolution dringend aufgefordert, der Zerstörung buddhistischer Heiligtümer sofort Einhalt zu gebieten. Ungeachtet weltweiter Proteste setzten die radikal-islamischen Taliban-Milizen jedoch ihr Vernichtungswerk fort.

Die größere der beiden Buddha-Statuen in Bamiyan wurde durch eine Sprengung enthauptet. Nach Angaben der afghanischen Presse-Agentur AIP haben die Taliban zudem die Treppen an den antiken Statuen mit Sprengstoff gefüllt, um die beiden 55 und 38 Meter hohen Buddhas völlig zu zerstören.

In der von Deutschland eingebrachten UNO-Resolution heißt es, die Taliban müssten das "gemeinsame Kulturerbe der Menschheit respektieren". Sie müssten zu früheren Verpflichtungen stehen und alle kulturellen Güter in Afghanistan "vor Vandalismus, Zerstörung und Diebstahl bewahren".

10.3.2001 09:36