Freitag, 9. März 2001

Lage in südserbischem Grenzgebiet verschärft sich

Nach anhaltenden Übergriffen albanischer Rebellen auf mazedonisches Gebiet erwägt die NATO die Einrichtung einer Pufferzone zwischen Mazedonien und dem Kosovo.

Der Vize-Generalsekretär der Allianz, Sergio Balanzino, kündigte am Freitag in Brüssel "zusätzliche Maßnahmen" gegen die "illegalen und ungerechten Angriffe" an. Die NATO-Botschafter sicherten dem mazedonischen Außenminister Srgjan Kerim zudem volle Unterstützung im Kampf gegen die Grenzübergriffe zu.

In Mazedonien starb ein 28-jähriger Polizist, als albanische Rebellen in der Nacht zum Freitag einen Hilfskonvoi der Regierung nahe der Grenze zum Kosovo angriffen. Erst nach mehreren Stunden konnten alle Zivilisten aus der Kolonne befreit werden, wie das Innenministerium in Skopje mitteilte. Die mazedonische Regierung schloss am Nachmittag erneut die Grenze zum Kosovo. In Südserbien starb ein serbischer Polizist bei einem Angriff albanischer Rebellen.

Außenminister Kerim hatte bei Gesprächen mit der NATO in Brüssel die Schaffung der Sicherheitszone entlang der Grenze gefordert. Eine solche Pufferzone gibt es bereits zwischen Südserbien und dem Kosovo. Balanzino sagte, die NATO werde alle von Kerim vorgeschlagenen Schritte sorgsam prüfen. Die Europäische Union forderte in einer Erklärung in Brüssel ein Ende der Gewalt und betonte die Notwendigkeit, die Stabilität in Mazedonien aufrechtzuerhalten.

Gegen eine Pufferzone wandte sich die Demokratische Partei der Albaner (DPA), die an der Regierung in Skopje beteiligt ist. Der russische Außenminister Igor Iwanow will in den kommenden Tagen nach Mazedonien reisen. Dort werde er mit der Regierung in Skopje Möglichkeiten zur Beendigung des Grenzkonfliktes erörtern, sagte Iwanow in Stockholm.

NATO-Generalsekretär George Robertson sprach sich gegen NATO-Patrouillen in der Pufferzone zwischen Südserbien und dem Kosovo aus. Es sei "undenkbar", dass das Bündnis sich daran beteilige, dafür gebe es kein Mandat, sagte Robertson bei einem Besuch in Washington.

9.3.2001 20:29