70 führende Kutschma-Gegner festgenommen

Bei Ausschreitungen in der ukrainischen Hauptstadt Kiew zwischen oppositionellen Demonstranten und der Polizei sind am Freitag mehrere Dutzend Menschen verletzt worden.
Am Abend wurden 70 Angehörige des Führungsstabs der nationalistischen Organisation UNA-UNSO festgenommen, die bei den Protestkundgebungen gegen Präsident Leonid Kutschma die Auseinandersetzungen mit den Sicherheitsbeamten provoziert hatte. Kutschma wird seit Monaten mit dem Mord an einem kritischen Journalisten in Verbindung gebracht.
Die Zusammenstöße in Kiew hatten bereits am Morgen begonnen, als Kutschma bei seinem ersten öffentlichen Auftritt nach mehreren Wochen Blumen am Denkmal des ukrainischen Nationaldichters Taras Schewtschenko zu dessen 178. Geburtstag niederlegte. Vor über 3000 Demonstranten habe ein extrem großes Polizeiaufgebot den Präsidenten bei dessen Gang zum Denkmal abschirmen müssen, berichteten Augenzeugen. Etwa 50 Menschen versuchten, eine Polizeisperre zu durchbrechen. Das Fernsehen zeigte, wie Polizisten mit Knüppeln die heranstürmenden Demonstranten niederschlugen.
Am Nachmittag zogen rund 10.000 Demonstranten zum Präsidentenpalast. Dabei kam es erneut zu gewaltsamen Szenen, als die Demonstranten das Gebäude mit Steinen bewarfen und die dort postierten Polizeikräfte attackierten.
Der zunehmend unter russischem Einfluss stehende Kutschma gefährde die Unabhängigkeit der Ukraine und damit das Erbe des Nationalhelden Schewtschenko, sagten Kutschma-Gegner in Kiew. Der Präsident hat jegliche Vorwürfe im Zusammenhang mit der Ermordung des Journalisten Georgi Gongadse bestritten. Der im Herbst vergangenen Jahres ermordete Gongadse sei das Opfer von zwei Kleinkriminellen geworden, teilte die ukrainische Staatsanwaltschaft in dieser Woche mit.
Prozess um Gottfried Küssel14:36
Hitler-Gruß vor Gericht"Ich zeige es, ich werde bestraft": Anwalt eines Mitangeklagten liefert bizarre Show ab
