Freitag, 9. März 2001

Klage wegen Attacke gegen Muzicant

Jörg Haider, ein Mann der Wortspiele, hat sich wieder eine Klage eingehandelt: Die Israelitische Kultusgemeinde bewertet jene neueste Aussage über IKG-Präsident Ariel Muzicant beim Politischen Aschermittwoch in Ried als Ehrenbeleidigung.

Haider wird wegen der Aussage "Ich verstehe überhaupt nicht, wie einer, der Ariel heißt, so viel Dreck am Stecken haben kann" auf Ehrenbeleidigung geklagt.

Außerdem habe Muzicant seine Anwälte beauftragt, mögliche weitere Tatbestände zu überprüfen. Dass seine Äußerung antisemitisch gemeint gewesen sei, hatte Haider abgestritten. Auch der Koalitionspartner ÖVP hat Haiders Aussage kritisiert. Zuletzt meinte ÖVP-Obmann Bundeskanzler Wolfgang Schüssel: Scherze mit Namen dürfe es nicht geben, "nicht einmal ein angedeutetes Spiel mit Emotionen, was Antisemitismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit betrifft".

FPÖ findet Klage "humorlos"

Die FPÖ sieht der Klage der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) gegen Landeshauptmann Jörg Haider "gelassen" entgegen, wie es FPÖ-Klubobmann Peter Westenthaler frmulierte. Für ihn ist die Klage eine "humorlose" und überhaupt "völlig unverständliche Überreaktion" auf Haiders Aschermittwoch-Rede und die darin enthaltenen Passagen zu IKG-Präsident Ariel Muzicant ("Ich verstehe überhaupt nicht, wie einer, der Ariel heißt, so viel Dreck am Stecken haben kann").

Haider: "Wünsche ihm viel Glück vor Gericht"

"Ich wünsche jedenfalls Herrn Muzicant bei Gericht viel Glück", sagte Haider weiters. Denn dort werde "sicherlich einiges zur Sprache kommen".

Haider wies auch die Kritik von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) an seiner Äußerung zurück. Wenn Schüssel meine, es dürfe keine Scherze mit Namen geben, dann sei daran erinnert, dass der nunmehrige Kanzler im Wahlkampf einmal gemeint habe, "der Jörgl soll eigentlich Herr Dr. Nörgl heißen". Von der SPÖ wiederum werde der "Westentaschler" (für FP-Klubchef Peter Westenthaler) "gerne propagiert".

9.3.2001 14:34