Donnerstag, 8. März 2001

Kritik an London

Die katholische Untergrundorganisation Irisch-Republikanische Armee (IRA) hat sich zur Wiederaufnahme der Gespräche über ihre Entwaffnung bereit erklärt. In einer am Donnerstag veröffentlichten Erklärung wurde zugleich heftige Kritik an der Regierung in London geübt.

Obwohl die britische Regierung "ihren Verpflichtungen nicht nachkommt", sei die IRA bereit, "in weitere Diskussionen mit dem unabhängigen Beauftragten für die Kontrolle der Entwaffnung" einzutreten.

Die Erklärung der IRA erfolgte nur wenige Stunden vor Beginn eines Treffen der Ministerpräsidenten Großbritanniens und Irlands, Tony Blair und Bertie Ahern, mit Vertretern der nordirischen Konfliktparteien in der Nähe von Belfast. Die Regierungen in London und Dublin seien "entschlossen", die noch offenen Fragen zu lösen, teilte ein Sprecher des irischen Außenministeriums mit. Nach dem Nordirland-Friedensabkommen von 1998 hätte die IRA allmählich ihre Waffen abgeben sollen. Geschehen ist dies bisher allerdings nicht.

Die IRA betonte auch diesmal, konkrete Schritte bei der Entwaffnung werde es erfolgen, wenn die Regierung in London auch auf die Forderungen der Untergrundorganisation eingehe. Die IRA fordert den Abzug der britischen Truppen aus Nordirland und die Konkretisierung der Pläne zur Reform der bisher von Protestanten dominierten nordirischen Polizeitruppe Royal Ulster Constabulary.

8.3.2001 16:10