Mittwoch, 7. März 2001

NATO droht mit härterer Gangart

Nun schlägt die NATO härtere Töne gegen die albanischen Gewaltexzesse im Grenzgebiet zwischen Albanien und Mazedonien an. Wieder Schüsse - zwei Männer verletzt. Sollten die Kämpfe der neuen UCK-Splitterbewegung nicht eingestellt werden, erwägt die NATO die Stationierung serbischer Truppen im Grenzgebiet.

Bei einem Feuergefecht im Grenzgebiet zu Mazedonien (FYROM) haben amerikanische Soldaten der NATO-geführten Schutztruppe KFOR im Kosovo zwei Männer verwundet. Der Vorfall ereignete sich nach Angaben der US-Streitkräfte am Mittwoch nahe des mazedonischen Grenzdorfs Tanusevci, das von albanischen Rebellen gehalten wird.

Härtere Gangart
Die jugoslawische Führung hat die jüngsten NATO-Erwägungen begrüßt, jugoslawische Militäreinheiten an der jugoslawisch-mazedonischen Staatsgrenze einschließlich des Kosovo-Gebiets zu stationieren. Dies würde bedeuten, dass sich die Region unter Mitwirkung der internationalen Staatengemeinschaft in Richtung Stabilität bewege, sagte der serbische Vizepremier Nebojsa Covic am Mittwoch der Belgrader Presseagentur BETA.

Der jugoslawische Innenminister Zoran Zivkovic ist seinerseits überzeugt, dass die Stationierung jugoslawischer Bundestruppen an der Staatsgrenze auch den Beginn der Reduzierung der fünf Kilometer breiten Pufferzone an der Kosovo-Administrativgrenze in Südserbien bedeuten dürfte.

Die Möglichkeit der Stationierung jugoslawischer Truppen in der Grenzregion zu Mazedonien werde derzeit ernsthaft geprüft, sagte NATO-Generalsekretär George Robertson am Dienstag vor Journalisten in New York. Eine Entscheidung solle noch in dieser Woche fallen.

7.3.2001 15:09