Bosnische Kroaten drängen in die Unabhängigkeit

Kroatische Nationalisten in Bosnien-Herzegowina wollen schon bald ein Referendum über die "künftige territoriale und politische Einteilung Bosniens" abhalten. Dies könnte zu erneuten Nationalitätenkonflikten führen.
Die radikaleren Exponenten der bosnischen HDZ (Kroatische Demokratische Gemeinschaft) fordern eine dritte Entität in Bosnien, also eine kroatische Republik. Die etwas gemäßigteren Nationalisten sind für eine weitgehende Kantonisierung Bosniens. Die bosnischen Kroaten gehen damit offen auf Konfrontationskurs mit dem Westen und auch mit Kroatien.
Besorgt zeigt sich auch der kroatische Ministerpräsident Ivica Racan. Bei einer Pressekonferenz am Montag in Zagreb verurteilt Racan den Schritt der kroatischen Nationalisten scharf und fügt hinzu, dass die offenen Probleme in Bosnien nur mit Hilfe des Dialoges gelöst werden könnten. Zudem betont der kroatische Premier, dass Kroatien auch weiterhin das Dayton-Abkommen respektieren werde.
Kroatische Nationalisten haben am Samstag in Mostar eine eigene Autonomieregierung in den mehrheitlich von Kroaten bewohnten Gebieten ausgerufen und wollen die Zentralregierung in Sarajewo nicht mehr anerkennen. Bosnien besteht seit dem Friedensvertrag von Dayton aus dem Jahr 1995 aus der moslemisch-kroatischen Föderation und der Serbischen Republik. Die bosnischen Kroaten fordern mehr eigene Rechte und eine neue politisch-territoriale Einteilung.
Grafik: Einteilung Bosnien-Herzegowinas nach Nationalitäten (Bosniaken grün, Kroaten blau, Serben rot)
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