Montag, 5. März 2001

Tests in Frankreich positiv

Die Furcht vor einer Ausbreitung der Maul- und Klauenseuche auf das europäische Festland hat neue Nahrung bekommen. Der französische Landwirtschaftsminister Jean Glavany erklärte am Sonntagabend, dass Tests bei neun Schafherden zunächst positiv ausgefallen seien.

Dabei habe es sich um Importtiere aus Großbritannien gehandelt, die inzwischen getötet worden seien. Unterdessen stieg die Zahl der bestätigten Ausbrüche der Maul- und Klauenseuche in Großbritannien auf 69.

Glavany sagte, die Tests hätten den "starken Verdacht auf Maul- und Klauenseuche" erbracht und zeigten, dass die betroffenen Schafe Kontakt zu erkrankten Artgenossen gehabt hätten. Es sei aber noch nicht erwiesen, ob die Tiere tatsächlich an Maul- und Klauenseuche erkrankt gewesen seien. "Alle ergriffenen Maßnahmen waren gerechtfertigt, und wir verstärken sie", sagte Glavany in einem Interview. Am Wochenende wurde bereits ein landwirtschaftlicher Betrieb in Roche-la-Moliere im Departement Loire vorsorglich abgeriegelt. In der vergangenen Woche begann Frankreich mit der Notschlachtung von 50.000 aus Großbritannien importierter Schafe.

Auch in anderen europäischen Staaten wurden die Vorsichtsmaßnahmen gegen eine Ausweitung der Seuche verstärkt. In Belgien wurde nach einem Verdachtsfall ein Hof unter Quarantäne gestellt und mehr als 300 Schweine notgeschlachtet. Am Samstag verhängte die Regierung ein dreitägiges Verbot für Viehtransporte und verlängerte die Schließung aller Viehmärkte bis zum 19. März. Zudem wurden die Grenzkontrollen für Reisende aus Großbritannien verstärkt.

Auch Ungarn verstärkte die Kontrollen an den Grenzen. An Flughäfen, Häfen und Grenzübergängen werden seit Sonntag alle Milchprodukte beschlagnahmt, die nicht hocherhitzt wurden, wie ein Sprecher der Zollbehörde erklärte. Außerdem würden Fleischprodukte konfisziert und vernichtet, die nicht in Dosen abgefüllt seien. Im deutschen Grenzgebiet werden die Hauptverkehrswege nach Belgien verstärkt auf Tiertransporte kontrolliert. In Großbritannien sind zehntausende Tiere getötet und ihre Kadaver vernichtet worden. Die Krankheit ist für den Menschen in der Regel ungefährlich.

5.3.2001 14:55