Rücktrittsforderungen auch im Kabinett erhoben

In Japan mehren sich die Forderungen nach einem Rücktritt von Ministerpräsident Yoshiro Mori. Einen Tag nach dem Misstrauensantrag der Opposition wurden entsprechende Forderungen sogar im Regierungskabinett laut.
"Ich glaube, er sollte ein gutes Beispiel geben, in dem er zur angemessenen Zeit die richtige Entscheidung fällt", sagte Justizminister Masahiko Komura am Dienstag.
Am Montag hatte Mori mit deutlicher Mehrheit einen Misstrauensantrag der vier größten Oppositionsparteien überstanden. Mori selbst wies auch am Dienstag Rücktrittsforderungen zurück. "Das Kabinett hat die Vertrauensabstimmung gewonnen", sagte er und kündigte verstärkte Maßnahmen im Bereich der Wirtschaft an. Doch selbst in Moris Liberaldemokratischer Partei wächst die Unzufriedenheit. In den Spekulationen um einen Rücktritt des unpopulären Regierungschefs wird auf den Parteitag der LDP am 13. März verwiesen, auf dem ein Nachfolger präsentiert werden könnte. Im Juni wird das Parlament neu gewählt. Das politische Interesse konzentriere sich bereits auf die Frage nach Moris Nachfolger, schrieb die Wirtschaftszeitung "Nihon Keizai Shimbun" am Dienstag.
Mori hatte das Amt des Regierungschefs im April vergangenen Jahres vom damals schwer erkrankten und inzwischen verstorbenen Ministerpräsidenten Keizo Obuchi übernommen. Moris Regierung wurde seither von mehreren Skandalen heimgesucht, dem Regierungschef wird auch persönliches Fehlverhalten vorgeworfen. So nahm die Öffentlichkeit Anstoß daran, dass er wegen des Untergangs des japanischen Fischkutters nach dem Zusammenstoß mit einem amerikanischen U-Boot vor Hawaii nicht einmal sein Golfspiel abbrach.
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