Langzeitrekord: Arzt war 439 Tage im All

Die russische Raumstation Mir und ihre 28 Besatzungen haben in 15 Jahren zahlreiche Rekorde aufgestellt und eine Vielzahl von Erfolgen errungen.
Schon die 15 Betriebsjahre der Mir, deren Lebensdauer ursprünglich auf sieben Jahre berechnet worden war, gelten als Rekord in der Raumfahrt.
Langzeitflüge:
Am 22. März 1995 verlässt der Arzt Waleri Poljakow die Mir nach 439 Tagen im All und stellt damit einen bisher nicht überbotenen Langzeitrekord auf. Mit einem weiteren Besuch auf der Mir kommt Poljakow auf insgesamt 678 Tage im All.
Der Kosmonaut Sergej Awdejew ist der Stammgast mit der längsten Einsatzzeit auf der Mir. Bei drei Flügen kommt er auf insgesamt 747 Tage, 14 Stunden und 13 Minuten im All.
Auch Frauen haben auf der Mir Rekorde aufgestellt. Die Russin Jelena Kondakowa bringt es 1995 auf 169 Einsatztage im Weltraum, ihre amerikanische Kollegin Shannon Lucid schafft im Jahr darauf 188 Tage - der bisher ungebrochene Frauenrekord.
Außeneinsätze
Der absolute "Aussteiger" ist Anatolij Solowjow, der bei seinen fünf Einsätzen auf der Mir 16 Mal in den freien Weltraum ausstieg. Dabei leistete der Kosmonaut, der bereits zur ersten Besatzung gehörte, 78 Arbeitsstunden. Auf jeweils zehn Außeneinsätze kamen seine Kollegen Sergej Awdejew und Alexander Serebrow. In 15 Jahren stiegen die Raumfahrer insgesamt 78 Mal (zusammen 359 Stunden) zu Experimenten und Reparatur-Arbeiten aus der Mir aus.
Experimente:
Mehr als 20.000 wissenschaftliche Experimente wurden auf der Mir durchgeführt.
Besuche:
104 Raumfahrer gaben sich auf der Mir die Klinke in die Hand. Zudem erhielt die Mir noch neun Mal Besuch von einer der amerikanischen Raumfähren.
Pannen:
Im Sommer 1997 ereignete sich der erste Zusammenstoß zweier Raumfahrzeuge in der Geschichte der Menschheit. Beim Andocken rammte der Raumfrachter Progress M-34 das Wissenschaftsmodul Spektr und beschädigte die Außenhaut. Das Modul wurde versiegelt, die Mir konnte weiter in Betrieb bleiben. Danach begann eine Serie von Pannen auf der Raumstation, die mehrere Besatzungen zu Reparaturtrupps werden ließ.
Systemwechsel:
Die im Februar 1986 gestartete Mir hat einen Systemwechsel auf der Erde problemlos überdauert. Der ursprüngliche Stolz der sowjetischen Raumfahrt wurde nach dem Zerfall des Sowjetreichs zum galaktischen Prunkstück Russlands. Ob an der Außenhaut der Station noch weiterhin Hammer und Sichel der zerfallenen Sowjetunion und das Kürzel CCCP (für UdSSR) prangen, wurde offiziell nie verraten.
Astromomische Kosten:
Knapp 4,2 Milliarden Dollar (nach derzeitigen Kurs 61,7 Mrd. S) wurden nach offiziellen Angaben in 15 Jahren für die Mir ausgegeben. Allein das Basismodul samt Transport in den Weltraum schlug mit 1,6 Milliarden zu Buche. Jährlich verschlang der Betrieb der Mir rund 250 Millionen Dollar.
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