Letzter Sowjetpräsident im Ausland beliebter als zuhause

Der letzte Staatspräsident der Sowjetunion, Michail Gorbatschow, feiert heute seinen 70. Geburtstag. Bereits in den vergangenen Tagen tauchten auf den Straßen Moskaus Spruchbänder mit Glückwünschen auf, und das Fernsehen zeigte ihn bei einem Gala-Abend zu seinen Ehren in einem Hotel nahe des Kreml. Die ganz große Würdigung fehlte bisher jedoch.
Im Gegensatz zum Ausland genießt der Vater der Perestroika im eigenen Land nur wenig Anerkennung: Einer Umfrage zufolge sehen die meisten Russen in ihm - und nicht in seinem Nachfolger Boris Jelzin - den Hauptverantwortlichen für den desolaten Zustand ihres Landes. Bei der Präsidentenwahl 1996 konnte Gorbatschow nur noch ein Prozent der Stimmen auf sich vereinigen, und seine vor einem Jahr gegründete "Sozialdemokratische Partei" ist aus dem Anfangsstadium nicht herausgekommen.

