Lara Crofts Kino-Countdown

Diashow
Alarmstufe Rot in Croft Mansion: Ende Juni startet Angelina Jolie als Lara Croft in Tomb Raider im Kino durch. Ein programmierter Sommer-Blockbuster.
Eine Horde schwer bewaffneter Elitekiller fällt in den feudalen Adelssitz ein. Während die Bodentruppen mit ihren MPs das Inventar atomisieren, kracht einer der Störenfriede durch das Plafondfenster in die Kommandozentrale. Wo zur Hölle steckt Lara Croft?
Dem Rambo von der Zimmerdecke geht zu spät ein Lichtlein auf. Wie ein Gummigeschoss schnellt das Supergirlie aus dem Kronleuchter nach unten, krallt sich einen Dolch, lässt sich vom Bungee-Seil an ihrer Hüfte zurück in den Luftkampf reißen – und tschüss: Für den Kamikaze-Eindringling heißt es „Game over“.
Wie die Videospiel-Amazone überhaupt gerne abhebt in der Echtverfilmung von Tomb Raider (ab 29. 6. in Österreich), einer verwegen-nitroglyzerinhältigen Mixtur aus Indiana Jones, James Bond und John-Woo-Action. Lara Croft mit dem Motorrad durch die Luft segelnd, der Fliehkraft mit Flickflacks und Salti rückwärts trotzend oder mittels Sicherungstau schwerelos über versunkene Schatzkammern gleitend: Wut im Waschbrettbauch verleiht Flügel und stärkt zudem das Mentalkostüm.
„Wirst du das Universum retten?“, wird Hauptdarstellerin Angelina Jolie an einer Stelle des programmierten Sommer-Blockbusters gefragt. Jugendfrei-coole Antwort: „Selbst-ver- ständ-lich!“ Früher hätte sie wahrscheinlich „Worauf du einen lassen kannst“ gesagt, doch vorbei sind die Tage, in denen die Oscar-Siegerin 2000 (Durchgeknallt – Girl Interrupted) als Enfant terrible provozierte, zum Beispiel öffentlich auf SM-Lesbe machte oder mit dem eigenen Bruder herumknutschte. „Es gab eine Zeit, da hasste ich Menschen, die sich glücklich fühlten, wenn sie abends mit einer Schüssel Cerealien vor dem Fernseher hockten“, versteht sie ihre einstige Welt nicht mehr. „Heute gehöre ich nämlich selbst zu diesen Menschen.“
Gezähmtes Teufelchen
Schauspielkollege Billy Bob Thornton, 45 (Ein einfacher Plan), hat das „Teufelchen“ (spanische Bedeutung von Angelina) im sündig-drallen Leib der 25-Jährigen gezähmt. Dem vierfach geschiedenen Ex-Alki begegnet zu sein kam einer religiösen Erfahrung gleich, ihm Ehefrau sein zu dürfen – am 7. Mai 2000 heirateten die beiden – erfüllt sie mit grenzorgasmischer Wonne: „Ich habe nie daran geglaubt, dass Paare füreinander bestimmt sind – so ein romantischer Quatsch! Bis ich Billy Bob kennen lernte, den tollsten aller Männer, den einzig wahren. Mit ihm geht meine Sonne auf!“ Muss Liebe schön sein …
Doch genug Süßholz geraspelt, der nächste Take steht an in den 007-geeichten Pinewood Studios westlich von London: Die Szene ist nichts für Warmduscher – sie spielt sie in einem 30.000-Liter-Kaltwasser-Bassin –, doch Angelina lässt das ungerührt: „Ich habe mir im Verlauf des Tomb-Raider-Shootings den Unterschenkel verbrannt, einen Bändereinriss im Fußgelenk zugezogen und blaue Flecken und Schürfwunden ohne Ende weggesteckt.“ Gelobt sei, was hart macht, kann man da nur sagen.
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