Ende der Zweisamkeit

Die Doppelspitze des Stahlkonzerns ThyssenKrupp soll zum 1. Oktober aufgelöst werden. Gerhard Cromme muss dann in den Aufsichtsrat weichen.
Cromme, der bislang gemeinsam mit Ekkehard Schulz den Vorstand des Unternehmens leitet, übernimmt den Vorsitz im Aufsichtsrat. Der bisherige Aufsichtsratschef Heinz Kriwet wird sein Amt zuvor niederlegen, aber weiterhin Mitglied des Aufsichtsrates bleiben.
Mit seiner Entscheidung zog der Aufsichtsrat einen Schlussstrich unter die von vielen Analysten vehement kritisierte Doppelspitze bei ThyssenKrupp. Sie war bei der Fusion der Ruhrkonzerne vor zwei Jahren zum fünftgrößten deutschen Industriekonzern installiert worden, um die Gräben zwischen den verfeindeten Konzernen zu überbrücken. Doch wurde sie in den vergangenen Monaten von vielen Beobachtern für die zahlreichen Fehlschläge des Konzerns - etwa für den gescheiterten Erwerb der Mannesmann-Technologietochter Atecs oder den misslungenen Börsengang der Stahlsparte - verantwortlich gemacht.
Analysten und Aktionäre hatten zuletzt die Doppelspitze als hinderlich für die Unternehmensentwicklung bezeichnet. Kriwet war dabei kritisiert worden, weil er bislang kein klares Personalkonzept vorgelegt hatte. Allianz und Commerzbank, die jeweils über 3,5 Prozent der ThyssenKrupp-Aktien verfügen, sollen Presseberichten zufolge Kriwet zum sofortigen Rücktritt gedrängt haben.

