Donnerstag, 1. März 2001

Neue Elektrizitäts Control nimmt ihre Arbeit auf

Die Anfang Oktober in Kraft tretende völlige Liberalisierung des heimischen Marktes für elektrische Energie wird erneut kräftige Stromverbilligungen bringen.

Der neue Leiter des Strommarkt-Regulators, Walter Boltz, erwartet, dass bis Anfang 2002 die Strompreise im Schnitt um weitere 5 bis 6 Prozent sinken werden.

Möglich werden soll dies durch eine etwa 10-prozentige Reduzierung der bei einigen Betreibern noch recht hohen Netztarife. Allein dadurch werde die Stromrechnung für alle heimischen Kunden zusammen, die derzeit etwa 50 Mrd. S (3,63 Mrd. Euro) ausmacht, um 2,5 bis 2,7 Mrd. S billiger, schätzte Boltz in seinem Antrittspressegespräch am Donnerstag. In der Folge könnten noch weitere Verbilligungen kommen, denn langfristig gebe es bei den Netztarifen ein Einsparpotenzial von 30 Prozent, dies zeigten internationale Beispiele.

Größtes Verbilligungs-Potenzial beim Gewerbe

Das größte Senkungspotential sieht Boltz, dessen Elektrizitäts Control GmbH. mit dem heutigen Tag ihre Arbeit aufnimmt, beim Gewerbe, das wie die Haushalte, erst ab 1. Oktober seinen Stromlieferanten frei wählen kann. Haushalte könnten nur in jenen Regionen billigeren Strom erwarten, wo er derzeit überproportional viel koste. Zudem würden Haushalte nicht besonders preissensibel auf ein paar hundert Schilling Einsparung im Jahr reagieren.

Dennoch erwartet Boltz, dass zum Stichtag 1. Oktober bereits 20.000 bis 30.000 Haushalte (0,5 bis ein Prozent) ihren Lieferanten wechseln werden. Sollte es in einem ersten Schritt so viele Wechselwillige geben, werde man den Stromunternehmen auch bis zu zwei Monaten Zeit für die nötigen Umstiegs-Abwicklungen geben müssen. Für einen Wechsel genüge ein Vertragsabschluss mit einem anderen EVU.

Die Konsumenten sollen von der Elektrizitäts Control GmbH. (ECG) künftig auch regelmäßig mit Strompreis-Vergleichen versorgt werden, die wahrscheinlich auch via Internet abrufbar sein sollen, versichert der ECG-Geschäftsführer. Neben den laufenden Marktpreisen soll auch über Stromprodukte und -produktbündel informiert werden. Nach den Erfahrungen der Telekommunikations-Liberalisierung mit Phasen höchst intransparenter Tarife werde dies dringend nötig sein, so Boltz.

1.3.2001 13:56