Mittwoch, 28. Februar 2001

Wirtschaftliche Probleme könnten länger dauern

Die US-Wirtschaft hat nach Ansicht von US-Notenbankchef Alan Greenspan ihre Talsohle noch nicht erreicht und wird in den kommenden Monaten möglicherweise weiter an Schwung verlieren: Zwar seien die langfristigen Aussichten weiterhin ermutigend, doch kurzfristig überwögen die Risiken.

Beobachter spekulieren daher, dass die Notenbank (Fed) die Leitzinsen noch vor der Sitzung des Offenmarkt-Ausschusses am 20. März senken könnte. Greenspan, der am Mittwoch vor dem Finanzausschuss des US-Repräsentantenhauses eine überarbeitete Einschätzung der Lage abgab, sagte, die US-Wirtschaft bleibe hinter ihrem Potenzial zurück.

Mit Blick auf die deutlichen Leitzins-Senkungen der Notenbank Ende Jänner betonte er: "Selbst nach den Schritten, die wir im Jänner unternommen haben, tendieren die Risiken weiter in Richtung einer Entwicklung, die nicht vereinbar mit einer zufriedenstellenden wirtschaftlichen Leistung ist." Greenspan belebte die Hoffnung auf eine baldige Zinssenkung auch dadurch, dass er auf "schnellere Schritte" der US-Notenbank verwies.

Die "Anpassung" der US-Wirtschaft habe viele Unternehmer überrascht, sagte Greenspan. Die Talfahrt, die im Sommer 2000 begonnen habe, habe sich beschleunigt. Zur Jahreswende habe die US-Wirtschaft einen Nullpunkt erreicht. Am Mittwoch wurde außerdem bekannt, dass die Wirtschaftszahlen aus dem letzten Quartal 2000 schlechter ausfielen als bisher geschätzt. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs in dem Zeitraum demnach um 1,1 Prozent statt 1,4 Prozent.

28.2.2001 17:19