Vize-Finanzstaatssekretär zurückgetreten

Der Nationale Sicherheitsrat der Türkei ist am Montag in Ankara zu Beratungen über die schwere Finanzkrise des Landes zusammen gekommen.
Der stellvertretende türkische Finanzstaatssekretär Selcuk Demiralp ist von seinem Amt zurückgetreten. Die türkische Regierung gab dazu am Montag zunächst keine Stellungnahme ab. Zuvor hatte bereits Nationalbankchef Gali Ercel seinen angekündigten Rücktritt vollzogen. Demiralp und Ercel galten als Architekten des Plans zur Reform der türkischen Wirtschaft, auf dessen Grundlage der Internationale Währungsfonds (IWF) dem Land Ende letzten Jahres zusätzliche Kredite von rund elf Milliarden Dollar (12,14 Mrd. Euro/167 Mrd. S) zugesagt hatte.
Die Sitzung des Nationalen Sicherheitsrats in Ankara ist unterdessen beendet worden. In einer Erklärung wurden weder die schweren wirtschaftlichen Turbulenzen der letzten Tage noch der Streit zwischen Präsident Ahmet Necdin Sezer und Ministerpräsident Bülent Ecevit erwähnte. Ecevit sprach von einem "erfolgreich und sehr nützlichen" Treffen. Sezer hatte sich schon zuvor versöhnlich gezeigt und angedeutet, er sei zu einer Zusammenarbeit mit der Regierung bereit. "Ich glaube, dass die politischen, sozialen, wirtschaftlichen und juristischen Probleme unseres Landes bald gelöst werden können", sagte er.
Ecevit kündigte Maßnahmen zur Stabilisierung der Wirtschaft an. Einzelheiten nannte er nicht. Die Notenbank erklärte, sie werde den Märkten Lira und ausländische Währungen zur Verfügung stellen, um einen weiteren Wertverlust der Landeswährung zu verhindern. Vertreter des IWF nahmen Gespräche mit dem Finanzministerium und der Nationalbank auf.

