Montag, 26. Februar 2001

D-Mark-Scheine sollen in einem Jahr verbrannt werden

Nach dem endgültigen Umstieg auf den Euro will die deutsche Bundesbank im nächsten Jahr 2,8 Mrd. D-Mark-Scheine verbrennen. In einem Informationsschreiben begründen die Frankfurter Währungshüter die Entscheidung mit den niedrigen Kosten.

Im Rahmen des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes gebe es zwar "eine ganze Reihe geeigneter Verwertungsverfahren für geschredderte Banknoten", erklärte die Bundesbank.

Bei verschiedenen Pilotprojekten, die von der Bayerischen Landeszentralbank (LZB) geprüft wurden, habe sich aber gezeigt, dass "nicht das Verfahren, sondern der Aufbau einer funktionierenden und kostengünstigen Logistik die eigentliche Herausforderung darstellt". Das vor allem bei der Bargeldumstellung "sehr umfangreiche Schreddergut werden die LZB-Zweigstellen daher energetisch verwerten". Derweil liegt die Nachfrage nach den angekündigten D-Mark-Gedenkmünzen weit über den Erwartungen.

Der Informationsbrief der Deutschen Bundesbank, der am Wochenende auch über das Internet verbreitet wurde, nennt als mögliche Alternativen zur Verbrennung mehrere Verfahren für die so genannte stoffliche Verwertung. Die geschredderten Banknoten könnten demnach unter anderem zu Hartfaserplatten für den Trockenbau oder als Rohstoff zur Methanolherstellung verarbeitet werden. Eine Firma in der Nähe von Oldenburg hatte zudem die Zugabe von Geldscheinresten in Kompost getestet und war damit nach eigenen Angaben erfolgreich. "Mit zunehmender Entfernung von überwiegend zentralen Verwertungsorten wird die stoffliche Verwertung auf Grund hoher Transportkosten unwirtschaftlich", heißt es dazu aber in dem Bericht "Informationen zur Euro-Bargeldeinführung".

Bevorzugt werde stattdessen "die Verwertung in thermischen Abfallverwertungsanlagen und der Einsatz als Ersatzbrennstoff in der Zementindustrie". Für dieses "wenig spektakuläre Vorgehen" der Verbrennung der D-Mark-Scheine sprächen vor allem zwei Gründe, heißt es in dem Schreiben weiter. So ließen sich einerseits "die Entsorgungswege durch fast flächendeckend vorhandene Verwertungsanlagen optimieren und die ökonomischen und ökologischen Nachteile langer Transportstrecken vermeiden". Zum anderen reichten die Verwertungskapazitäten aus, um die großen Mengen an aus dem Verkehr gezogenen Banknoten tatsächlich vernichten zu können und damit "die Entsorgungssicherheit gewährleisten zu können".

Den Angaben zufolge rechnen die Landeszentralbanken damit, dass vor allem in den ersten Wochen des kommenden Jahres die D-Mark-Banknoten mit einem Gesamtgewicht von 2.800 Tonnen zurückfließen, gut dreieinhalb Mal so viel wie sonst in einem ganzen Jahr. Die anfallenden Schredderabfälle werden demnach lose ein Volumen von rund 34.000 Kubikmetern haben; in Briketts gepresst entspräche dies noch rund 3.400 m3.

26.2.2001 12:23